Präventionsgezwitscher - Podcast Grüner Vogel e.V.

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:19: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Präventionsgezwitscher, dem Podcast von Grüner Vogel.TV und schön dass ihr wieder dabei seid!

00:00:27: Ich bin Fabian Wichmann und begleite euch auch durch diese Folge.

00:00:30: Bisher haben wir in dieser Staffel vor allem über Praxis gesprochen – Über Beratung, Therapie, psychische Belastungen, Kooperationen und die Frage wie Menschen in Distanzierung oder Ausstiegsprozessen gut begleitet werden können.

00:00:43: Heute schauen wir nochmal aus einer anderen Richtung auf das Thema nämlich auf die juristische Perspektive Und die ist deshalb so spannend, weil sie etwas sichtbar macht das in vielen Diskussionen schnell untergeht.

00:00:54: Gute therapeutische Nachsorge im forensischen Bereich entsteht nicht nur aus fachlichen Bedarf sondern auch aus rechtlichen Möglichkeiten gerichtlichen Weisungen und klaren administrativen Regelungen.

00:01:05: Im Mittelpunkt steht diesmal das Modell BIOSBW aus Baden-Württemberg.

00:01:09: Der Vortrag von Volker Körner zeigt, wie sich dort über Jahre hinweg eine Struktur entwickelt hat in der Therapie im forensischen Kontext nicht nur im Zufall überlassen bleibt sondern auf gesetzlichen Grundlagen Verwaltungsvorschriften und festen Finanzierungsverläufen aufbaut.

00:01:23: Es geht also um die Fragen Wie kommen Menschen überhaupt in solche therapeutische Angebote?

00:01:28: Welche Rolle spielen Bewährung, Führungsaufsicht und richterliche Weisungen?

00:01:33: Und was braucht es, damit Therapie nachhaft oder im Rahmen von strafrechtlichen Auflagen tatsächlich erreichbar wird?

00:01:39: Eine Folge also über Rechtstruktur und die Frage wie aus einer guten Idee am Ende ein tragfähiges System werden kann.

00:01:46: Damit geht's los!

00:01:47: Viel Spaß

00:01:48: beim Zuhören!

00:01:49: Zuallererst sind wir jetzt mal einen Verein der aus dem Bereich der forensischen Nachsorge eigentlich entstanden ist.

00:01:58: Für uns ist es in der Realität, gerade auch in der Absprache mit der Bewährungshilfe immer wieder die Frage wie schaffen wir die gemeinsame Aufgabe?

00:02:06: Die Aufgabe gemeinsam zu bewältigen?

00:02:08: und das sehen wir durchaus auch immer wieder dass ja die Beziehungsarbeit mit dem Klienten eine enorme Rolle spielt.

00:02:15: Und da es gelingt manchmal den Therapeuten besser sozusagen im therapeutischen Part da Kontakt zu kriegen gelingt es halt dem Sozialarbeiter.

00:02:24: Wir sollten ja vielleicht doch mal sagen, warum machen wir das eigentlich insgesamt?

00:02:28: Und wie haben als Verein da schon die Vorstellung dass wir uns für einen sozial konstruktiven Umgang der Gesellschaft mit Konflikten und Kriminalität insgesamt einsetzen wollen.

00:02:40: Das meinen wir auch genau so ganzheitlich, dass wir sozusagen gar nicht unterscheiden wollen zwischen Täterarbeit und Opferarbeit sondern wir wollen den Menschen sozusagen Mit diesem Problem, die aus Konflikten oder Kriminalität entstanden sind trotzdem Empowern, dass sie ein gelungenes Leben führen können.

00:03:00: Und es geht uns ganz wesentlich darum, dieses Thema Kriminalität und auch Traumata, psychische Traumatta halt zu entstigmatisieren.

00:03:10: Wir sind relativ dicht einer Justiz gegründet und das ging am Anfang wirklich um die Behandlung von Straftätern teilweise in den Justizvollzugsanstalten weil zumindest mal in Baden-Württemberg ein Mangel war gerade an Therapeuten aber auch hinter der innerforensischen Nachsorge.

00:03:26: Und das Ganze hieß aber damals schon Behandlungsinitiative Opferschutz, weil da sozusagen die Philosophie dahinter steht.

00:03:33: Die Täterarbeit, also die Arbeit mit den Tätern verhindert zukünftige Opfer und hinzukommt dass wir da durchaus auch die Ambivalenz sehen oder die Dialektik im Täteropferverhältnis.

00:03:45: ganz viele derjenigen, die bei uns als Täter sind waren ja in ihrer Lebensbiografie mal Opfer gewesen.

00:03:52: Das Ganze findet aber bei uns immer in der forensischen Bereich unter der Primisse weniger unter dem Gesichtspunkt Heilbehandlung statt, sondern eigentlich neue Straftaten zu verhindern.

00:04:03: Das ist das Ziel sozusagen der forensische Therapie und da immer dieses Gleichgewicht diese Dialektik zu haben zwischen sichern und bessern.

00:04:14: Also im Bahnwürttemberg haben wir eine relativ lange Tradition in der Tat schon aus dem neunzehnten Jahrhundert, dass Strafhellingvereine sich um ehemalige Gefängnisinsassen kümmern und das ist durchaus im BahnWürttmberg flächendeckend.

00:04:29: Es gibt überall zu jedem Landgerichtsbezirk sogenannte Vereine der Freien Straffelling-Hilfe.

00:04:36: die sind insgesamt zusammengeschlossen im Netzwerk straffelligen Hilfe.

00:04:39: also es gibt einem Wirtenbergischen Verband und ein Badestherz, Bundesland ist ja sozusagen zwangsvereinigt worden.

00:04:46: Aber das hat dann die beiden Verbände nicht daran gehindert unter dem Dach des paritätischen gemeinsamen Netzwerks zu bilden.

00:04:54: Die Rolle des bürgerschaftlichen Engagements im Rahmen der Resozialisierung ist ein besonderes in Baden-Württemberg.

00:04:59: Ich will mal sagen wir haben da relativ viele Angebote von diesen freien Trägern, von Wohnungsangeboten verhaft entlassen HAT oder AGT-Angebote, soziale Trainingskurse

00:05:10: etc.,

00:05:11: die dort selbst organisiert durchgeführt werden.

00:05:14: In der Regel sind sie auch recht justiznah.

00:05:17: Oft ist da der leiten Oberstaatsanwalt in dem Bereich der Vorsitzenden oder ein LG-Präsident oder ähnliches.

00:05:23: Die Justiz im Bahnwirtenberg engagiert sich auch ehrenamtlich.

00:05:27: Die drei Säulen vom Bios, die direkte therapeutische Unterstützung von Betroffenen.

00:05:32: Da kommen wir sozusagen her und das ist auch mit Abstand der größte Bereich – die forensische Ambulanz.

00:05:39: Jünger ist sozusagen die präventive Unterstützung.

00:05:42: Wir haben vor fünf oder sechs Jahren in diesem Bereich keinen Täter werden uns engagiert.

00:05:47: Das ist sozusagen der eigentliche präuentive Bereich wo wir tätig sind in einer Regel vom Sozialministerium mit einem Hierarchistverträgen ausgestattet.

00:05:56: Darüber hinaus haben wir aber so eine Biosakademie, wo wir sofortbildungsangebote auch über den Bereich BIOS hinaus machen.

00:06:04: Wir haben der Traumausbildung zertifiziert von einer Ärztekammer, aber auch eine Grundausbildung forensische Therapien, die wir da durchführen, wo dann auch Bedienstete aus dem JVAN oder Bewährungsselfer dran teilnehmen können.

00:06:19: Dann haben wir die psychotherapeutische Ambulanz Koblenz.

00:06:22: Im Prinzip machen wir es gleich auch noch mal in Rheinland-Pfalz, dann haben wir so ein Jugendprojekt wo wir mit Kinder und Jungtherapeuten arbeiten diesen praktisch übergreifend.

00:06:31: in allen Bereichen haben wir dann nochmal spezielle Kinder und Jugendtherapeute um dort zu arbeiten.

00:06:36: dann betreiben wir nach SGBIV eine Opfer- und Traumambulanz.

00:06:40: ne Anerkante.

00:06:41: das ist auch räumlich alles getrennt.

00:06:44: auch die Therapeuten sind in der Regel Getrennte, also ganz wenige gibt es die im forensischen Bereich und auch im Traumabereich arbeiten.

00:06:52: Dann haben wir noch ein psychosoziales Zentrum Nordbaden wo wir mit Geflüchteten aus Drittländern vor allem Asylbewerbern schon auch therapeutisch arbeiten.

00:07:02: Wir sagen dann gleich nochmal was zu lernen Quantitäten dass sie da eine Idee haben.

00:07:06: Da haben wir einen Institut für Rechtsguthachten vermitteln.

00:07:11: Übrigens weil vorhin auch die Frage aufkam, Zwangskontext in der Therapie.

00:07:15: das haben wir natürlich auch im forensischen Bereich.

00:07:18: Im Branden-Württemberg ist es so geregelt, wir fertigen in einer Regel also bevor die STVK den Führungsaufsichtsbeschluss fällt oder nach siebenfünfzig.

00:07:28: Vorzeitige Entlassung gibt es die Möglichkeit dass uns die JVA beauftragt mit einem sogenannten vorbereitenen Aufnahmeverfahren Das sind bis zu zwölf Sitzungen vor Entlassung des Klienten, wo wir die Möglichkeit haben genau diese Frage Therapiefähigkeit, Therapiemotivation zu prüfen und da auch einen Gutachten überschreiben.

00:07:48: Und das nimmt dann auch Einfluss auf den Bewährungsbeschluss oder Führungsaufsichtsbeschluss.

00:07:54: Wir haben hundertsextonzwanzig Mitarbeiter davon sind zweiundachtzig Therapeuten.

00:07:58: Wir haben psychologische Psychotherapeutin.

00:08:00: Wir sind psychologisch Psychotherapeuten in Ausbildung Aber auch recht Psychologen, die wir in dem Bereich beschäftigen.

00:08:09: Alle durchlaufen allerdings dann intern.

00:08:11: und nochmal diese forensische Fortbildung.

00:08:14: Wir haben insgesamt im Jahr ... ... war das tausend achthundertneunzechzig Klienten gehabt.

00:08:19: In der Forensik, also da sehen Sie die Größenordnung?

00:08:21: ja... Die forensische Ambulanz Baden ist natürlich mit Abstand unser größter Bereich mit achthundhundertsehnzwanzig Klientinnen dann in der Forenesik noch in Rheinland-Pfalz hundertsechzig klienten Opfer und Traumambulanz halt auch groß.

00:08:36: Wissen Sie vielleicht, da kam ja in den Änderungen des Opferentschädigungsgesetzes dann einen Eingang gefunden ins SGB XIV.

00:08:42: Die Erstversorgung ist wesentlich niederschwelliger möglich und wie stark der Bedarf ist.

00:08:48: Ich glaube seitdem haben sich die Klientenzahlen im Opfer- und Traumabereich verdreifacht.

00:08:54: Tatgeneigte dieses Präventionsprojekt Hundertneinzehn Klienten relativ klein wo aber der Engpass sozusagen nicht die Nachfrage ist, sondern therapeutische Angebote unserer Seite.

00:09:07: Und im Psychosozialen Zentrum Nordbaden haben wir dreihundertvierzig Klienten.

00:09:11: Wenn man jetzt mal nochmal reinzoomt in dieses Angebot und uns auf die forensische Ambulanz gehen, dann sind es vor allem Gewalt- und Sexualstraftitel, Anhängig sind, das müsste nicht so sein, sage ich mal.

00:09:26: Aber das ist nach Verwaltungsvorschrift nicht darauf beschränkt.

00:09:30: aber das ist die Hauptklientel, die uns unterstellt wird.

00:09:33: und dann haben wir halt eine Vorstellungs- oder Therapieweisung oder eine kombinierte Beweisung.

00:09:39: Wir haben in der Tat die Möglichkeit in der Regel Führungsaufsichtsklienten, das liegt eigentlich dann... es ist da nicht eine klinische Indikation aber die werden mehr oder weniger ohne Verzug aufgenommen.

00:09:51: Der Sicherheitsaspekt spielt dann eine größere Rolle.

00:09:54: Die Klienten die im Rahmen einer Bewährungsweisung also in der Weisung nach den Sechstenfünfzig und Siebenfünfzig STGB zu uns kommen, da kann's schon mal sein dass sie bis zu zwei Monaten auf dem Therapieplatz warten müssen.

00:10:08: aber dann sind normalerweise bei uns forensische Klientinnen aufgenommen.

00:10:14: Wer taucht da so bei uns auf, in den forensischen Ambulanzen?

00:10:18: Wir hatten allein im Jahr

00:10:21: v.a.,

00:10:22: die Hälfte von dem Bewährungsklienten machte etwa die Führungsaufsichtsklienten aus wobei das mal geschichtlich gesehen der Nucleus war.

00:10:30: also damit hat es eigentlich mal angefangen mit Führungsaufsichts.

00:10:32: Die Bewährungen hat halt enorm zugenommen vor allem im Kontext des Sexualstraf-Taten.

00:10:39: unterschatz eine relativ große Rolle Also die Hälfte derer, die mit Sexualdelikt bei uns sind im Kontext von Missbrauchsabbildungen aus dem Bereich unterstellt worden.

00:10:51: Die Frage ist, wie arbeiten wir eigentlich?

00:10:54: Wir haben bei uns verschiedene Abteilungen.

00:10:55: Wir haben quasi den normaltherapeutischen Bereich.

00:10:58: Es gibt Klienten die werden einfach direkt therapeutisch angebunden.

00:11:01: aber bei uns gibt es auch die Aufnahme und die Sicherheitsabteilung.

00:11:05: Wir versuchen vor allen Dingen über die Aufnahmarbteilung eben schon mal zu gucken, wie liegt denn zum Beispiel die Motivation vor, die ist ja für einen angesprochen worden gerade bei dem Bewerbungsfällen neben auch.

00:11:15: Wie motiviert sind sie eigentlich?

00:11:17: Wie können wir vielleicht auch eine Entführungsabsichtsfall motivieren letzten Endes im Rahmen der Vorstellungsweise in einem Zweifelsfall kommen müssen, sage ich mal.

00:11:25: Wenn sie denn dann kommen?

00:11:27: Genau und da prüfen wir quasi so eine Trias, wir nennen es Behandlungstrias und gucken einfach welche Fähigkeiten liegen vor?

00:11:33: also Sprache ist zum Beispiel auch immer wieder ein Thema.

00:11:36: hat der Klienter kommt ausreichend Sprachkenntnisse?

00:11:40: wie sieht das eben auch mit der kognitiven Leistung aus.

00:11:43: Inwiefern ist er eigentlich therapiefähig?

00:11:45: Wie sieht's mit der Motivation aus und wie sehen wir aber auch die Indikationen ihnen zu behandeln?

00:11:51: Und danach schauen wir dann, wie es mit dem Klienten weitergeht.

00:11:55: Teilweise wird dann auch relativ früh, gerade bei schwierigen Klienten wo ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bestehen könnte.

00:12:02: Auch im Rahmen des Settings die Sicherheitsabteilung noch mit involviert und eingeschaltet.

00:12:08: Wenn es gut läuft ist immer vorher die Aufnahmeabteilungen vorgeschaltet wenn eben geprüft werden sollte.

00:12:14: wie sieht's denn mit dieser Trias aus?

00:12:16: Von den Aufgaben ist das tatsächlich so dass wir im Rahmen der Aufnahme in der Regel fünf bis zehn Sitzungen machen indem wir uns den Klientin anschauen.

00:12:24: Wir haben thirty-six Sitzungen eigentlich pro Jahr.

00:12:27: Das zählt da dann auch schon mit rein, also das wird dann quasi im Zweifelsfall wenn der Klient angebunden wird und weiter behandelt wird, wird es ihm quasi mit angerechnet diese zehn Stunden.

00:12:37: Teilweise gibt es aber auch Klienten die erstmal nur diese zehn stunden machen wo dann eben weiter geguckt wird.

00:12:42: Wir machen vor allen Dingen Diagnostik-Risikobeurteilungen in dem Rahmen.

00:12:46: Wir entwickeln eine erste Delikthypothese, also eine eigene Versuche auch schon zu gucken bringt der Klient vielleicht auch erst die Ideen schon selbst mit versuchen das ein bisschen abzugleichen.

00:12:56: wir klären eben die Gefahreneinschätzung Einordnung in die High Risk Fälle.

00:13:00: Das sind dann die definitiv in der Sicherheitsabteilung auch mit betreut werden.

00:13:05: Und wenn es dann so weit alles passt, wird geguckt an wen der Klient kann übergeben werden.

00:13:10: Also an welchen festen Therapeuten er dann weitergegeben wird.

00:13:15: Im Rahmen der Sicherheitsabteilung noch mal geht einfach um eine frühzeitige Identifizierung risikorelaranter Faktoren

00:13:23: um

00:13:24: dieses Risiko fortlaufend mit einschätzen zu können.

00:13:27: Das heißt, wir haben fortlaufende über den ganzen Prozess hinweg Fallkonferenzen dazu.

00:13:32: Wir haben Besprechungen mit unserer Leitung.

00:13:34: Wir gucken einfach immer wieder verändert sich?

00:13:37: was muss der Klienten da drin bleiben?

00:13:39: Gibt es auch Optionen?

00:13:40: also was müssen wir vielleicht auch machen?

00:13:42: welche externen Leute sollten wir mit reinholen?

00:13:44: gerade bei den Führungsaufsichtsklienten die häufig noch einen Kurs beamt?

00:13:48: Also bei uns heißt das Kurs ich weiß jetzt leider nicht wie es in Berlin heißt.

00:13:51: In demfalls heißt also das heißt die sind noch bei der Polizei angeboten, haben dort einen Beamten dem sie zugeteilt sind macht es Sinn auch mit denen eine Fallkonferenz zu machen.

00:14:02: Da vielleicht kurzer Exkurs Schweigepflichtsentbindung, bei uns ist es tatsächlich so dass die Klienten uns von der Schweigeflicht entbinden müssen.

00:14:09: Wir werden halt von der Justiz bezahlt.

00:14:12: wir haben den Auftrag von der justiz mit ihnen zu arbeiten.

00:14:15: das können wir nur tun indem wir halt von einer schweigepflicht auch an bunten sind.

00:14:19: aufgrund dessen was ich vorher in der falls im vollzug gearbeitet habe Und wir so gedacht haben, na ja gut wo ist denn hier jetzt der Bezug eben zum Thema Deradikalisierung Personen die vielleicht auch einschlägig abgeurteilt wurden.

00:14:33: Man muss dazu sagen bei uns offiziell treten sie eigentlich in der Form nicht auf, aber mit Sexual- und Gewaltstraftätern.

00:14:41: trotzdem habe ich aus meiner Arbeit vorher mal was kurzes mitgebracht weil es dort immer wieder Schnittstellen gab.

00:14:47: das heißt In Tern war bei uns die Arbeit immer so geregelt, dass der Klient in dem Fall dann der Inhaftierte noch angebunden waren.

00:14:56: Den Sozialdienst und den Psychologischen Dienst.

00:14:58: Wir haben stetigen Austausch gehabt im Zweifelsfall auch mit der Anstaltsleitung wenn vorhanden Islamwissenschaftler Seelsorge je nachdem wo der Inhaftierte eben auch angedockt werden konnte, wo er sich auch darauf eingelassen hat und der allgemeine Verzugstings natürlich da immer wieder zu Rate gezogen wurde weil das sind die quasi ganzen Tag, wo Sie sie sehen.

00:15:19: Wenn Sie nicht gerade hinter verschlossener Tür sitzen eben dann doch auch Beobachtungen machen können.

00:15:24: Externe Arbeit fällt viel an, weil tatsächlich bei uns zumindest immer frühzeitig schon externe Stellen mit eingeschaltet wurden.

00:15:32: Das heißt auch dort waren wir eigentlich im stetigen Austausch mit Polizeistellen meistens LKA ist in dem Fall aber auch Beratungsstellen und im Zweifelsfall gab es auch hier und da mal Kontakte zum Justizministerium die gesagt haben wir wollen jetzt auch mal wissen wie steht's denn um den Herrn?

00:15:48: also in dem fall?

00:15:49: ich habe nur mit männlichen Inhaftierten gearbeitet teilweise dann auch noch Angehörige Allgemein.

00:15:54: es gibt in den meisten Haftanstalten Strukturbeobachter, wo das Ganze so ein bisschen zusammenläuft.

00:16:00: Die Dokumentation ist immer unglaublich wichtig gewesen.

00:16:03: Häufig auch wirklich der Hinweis egal was es dokumentiert ist um es schriftlich zu haben damit man im Zweifel zwei eingreifen kann auch.

00:16:12: Fallkonferenzen sind regelmäßig in diesen Fällen gemacht worden um eben diesen Austausch auch zu befördern.

00:16:18: gegebenenfalls hängt ein bisschen vom Inhaftierten ab, ist versucht worden sie häufig in sozialtherapeutischen Einrichtungen innerhalb der Haftanstalten unterzubringen.

00:16:28: Bei meinem hat es nicht geklappt kann ich schon mal sagen.

00:16:31: dementsprechend hat man dann versucht vor allen Dingen Deliktorientiert trotzdem zu arbeiten im normalen Regelvollzug.

00:16:38: Ich habe nämlich ein kleines Fallbeispiel mitgebracht.

00:16:40: also tatsächlich durfte ich im Haftkontext schon mal mit so einer Person arbeiten, die einschlägig abgeurteilt war.

00:16:48: Der junge Mann hat damals versucht für den IS anzuwerben und ist dafür verurteilt worden.

00:16:53: Bei meinem Inhaftierten ging es um einen damals allein reisenden Minderjährigen der aufgefallen ist.

00:17:00: Es gab Hinweise auf eine nazistische Persönlichkeitsaktuierung, die tatsächlich auch in seinem Fall eine Deliktrelevanz mitgebracht hat und eine Traumervollgestörung.

00:17:11: Er hat auch selbst von vielen Dingen berichtet.

00:17:14: Da muss man dann immer sagen, okay wie authentisch ist das?

00:17:17: Was kann man denn wirklich auch validieren?

00:17:19: Letzten Endes wir hatten keine Fakten dafür.

00:17:22: es waren reine Selbstberichte wo man natürlich anhand von verschiedenen Verhaltensweisen sagen kann ok sie war naheliegend aber letzten Endes wussten wir es nie genau.

00:17:31: Bei diesem jungen Mann kam es im Haftkontext auch noch zu weiteren Straftaten, die allerdings gar nichts mehr mit dem Deliktbereich zu tun hatten.

00:17:38: Es waren dann Gewaltstraftaten und Bedrohung.

00:17:41: Er war quasi polykriminell irgendwann unterwegs vor allen Dingen muss man schon sagen eben auf seiner Persönlichkeit heraus.

00:17:49: Die Besonderheiten bei uns damals waren... Sie sehen es, ich bin eine Frau.

00:17:53: Der junge Mann hatte erst mal ein ganz schönes Problem.

00:17:54: damit ist tatsächlich auch immer wieder ein Thema wie kommt man daran?

00:17:58: Wie kann man mit denen arbeiten?

00:18:00: auf was lassen sie sich ein wir haben damals den Islamwissenschaftler noch mit dazu geholt weil der einfach die entsprechende Expertise hatte wenn's um religiöse Fragen auch einfach von dem inhaftierten ging und sind da im Austausch gewesen.

00:18:13: genau und allgemein auch einfach der Umgang Im Haftkontext mit diesem Deleg, wir reagieren andere Inhaftierte auf so eine Person.

00:18:21: Wie könnte das Umfeld draußen drauf reagieren?

00:18:23: Also da waren ganz viele Faktoren die letzten Endes ne Rolle gespielt haben weswegen man schon sagen muss im Haft-Kontext also ich habe die Erfahrung gemacht diese Menschen sind omnipräsent irgendwann weil der Fokus auch sehr darauf liegt

00:18:37: vielleicht noch mal auf diese grundlegende Frage einzugehen sichern versus bessern ja dass ist schon Das ist auch ehrlich gesagt für unsere Therapeuten manchmal der Spagat.

00:18:48: Also wir haben ja vorhin auch über Ethik und Verständnis, Therapeutisch-Selbstverständnis gesprochen.

00:18:54: Und im forensischen Bereich zumindest muss man ganz ehrlich sagen, da ist im Zweifelsfall halt sichern... vorbessern.

00:19:02: und das führt auch letztlich dazu, dass wir sagen naja Wir müssen im Zweifelsfall berichten.

00:19:09: Auch wenn das therapeutische die therapeutische Beziehung darunter leidet ist ganz klar.

00:19:14: Wir hatten gerade neulich ein Fall eines missbrauchsabbildungen verbreitenen Menschen der dafür abgeurteilt wurde durchaus aber auch mit hinweisen das Hensson nicht auszuschließen gewesen wäre.

00:19:26: Und dann haben wir erfahren ja er hat halt Ein befreundetes Ehepaar, wo er auch Arme verbringt und auch gemeinsam Urlaube geplant waren.

00:19:36: Und die hatten zwei Töchter sozusagen im Präferenzalter dieses Klienten.

00:19:41: Da haben wir natürlich eine entsprechende Meldung ans Jugendamt gemacht.

00:19:45: das hat nicht das Therapeutsch-Verhältnis gerettet zum Psychotherapeutin aber gleichwohl ist das dann die Priorität.

00:19:54: Als Therapeutin kann ich sagen, wir versuchen das mit unseren Klienten immer auch zu thematisieren.

00:20:00: Wir erklären den das natürlich!

00:20:01: Wir schreiben diese Berichte ja.

00:20:03: Letzten Endes versuchen wir da drüber auch ein Verständnis dafür zu wecken dass diese Berichten eben notwendig sind und auch für sie ja irgendwo einen Vorteil darstellen können.

00:20:13: aber es kommt eben genau immer wieder zu diesen Situationen dass klienten sich dann eben auch verweigern und ganz klar zumachen und sagen okay dann erzähle ich halt nur das was ich aber erzählen will.

00:20:24: Das ist immer so ein gewisser Spagat, in dem man sich als Therapeut dann befindet.

00:20:28: Und da geht es ganz viel eben auch darum die Motivation einfach dafür zu wecken, dass wir letzten Endes ihnen ja auch helfen wollen, dass sie eben keine neuen Straftaten begehen, das sie nicht im Gefängnis landen oder nicht wieder am Gefängnisland.

00:20:40: Das funktioniert manchmal mal besser, mal schlechter.

00:20:43: Es hängt letztendlich dann auch vom Klienten ab und wiefern er sich darauf einlässt?

00:20:47: Ja, das ist der Spagate den wir dann häufig machen.

00:20:50: Ethisch ist es Okay, wenn der Klient darüber aufgeklärt ist von vornherein.

00:20:55: Wenn wir da nicht erzählen hier das bleibt unter uns was wir hier reden sondern klar den Auftrag dem wir dort haben kommunizieren und dann kann man sich entsprechend verhalten.

00:21:04: Da gibt es durchaus noch rechtliche Unterschiede, kommen vielleicht im zweiten Teil nochmal mehr dazu.

00:21:09: In der Führungsaufsicht ist das eher sozusagen im Gesetz angelegt.

00:21:13: die Zusammenarbeit mit den Führungsaussichtstellen und der Bewährungshilfe da braucht es dann eigentlich keine Schweigepflicht zu entbinden und gleichwohl klären wir darüber auf.

00:21:22: bei der Bewahrung braucht es das wiederum weil das gesetzlich dort nicht vorgesehen ist.

00:21:27: und der erste Punkt ist jetzt abgeschlossen.

00:21:47: Auf welcher Grundlage kommen die Menschen eigentlich zu uns im Jahr fünfundsiebzig?

00:21:52: Die älteren unter uns erinnern sich vielleicht.

00:21:53: Sie haben die Zeit der sozial-liberalen Koalition, Strafrechtsreform, und da kam in den Paragraph sechsundfünfzig das ist zum Thema Bewährungsaussetzung im STGB die Therapieweisung in Rahmen einer Heilbehandlung rein also da hieß es nur Heilbehandelungen und darunter wurde eine Therapie subsumiert sozusagen.

00:22:18: Dazu musste aber eingewilligt werden durch den Klienten und in deiner Zeit wurde es dann konkretisiert dahingehend, dass die Einwilligung in einer Heilbehandlung nur noch nötig ist wenn damit ein körperlicher Eingriff passieren würde.

00:22:35: das macht man jetzt in der Regel ja bei psychotherapeutischen Maßnahmen nicht und erst im Jahr Zwanzig kam dort ausdrücklich die Therapieweisung.

00:22:47: Hinzu, man sieht so historisch gesehen ist das eigentlich noch nicht so alt.

00:22:51: Vielleicht nochmal zu diesem Kontext im Grundgedanken.

00:22:54: Man ahnt es ja vielleicht dass auch die Strafjustiz natürlich eine Idee davon hatte.

00:22:59: nur einsperren ist zwar generalpräventiv vielleicht eine Wirkung, dass sich die Leute von der Strafandrohung abschrecken lassen.

00:23:07: Spezial präventive ist es allerdings wenn es da gewisse Prädispositionen für Straftaten gibt, nur Einsperren meistens nicht so hilfreich.

00:23:17: Und jeder der sich schon mal mit dem Thema JVA ein bisschen mehr auseinandergesetzt hat weiß ja auch dass das nicht unbedingt ein soziales Umfeld ist, das eine allseitig entwickelte Persönlichkeit am Ende zur Entlassung bringt.

00:23:31: Im Jahr zwei tausend sieben kam dann im Rahmen der Führungsaufsicht die Therapievorstellungs- und Therapiewahlung ins STGB.

00:23:39: Naja, das ist jetzt nicht so völlig zufällig gewesen, dass dann in dem Jahr acht Bios gegründet wurde.

00:23:45: Also es war dann klar, dass Menschen schwer kriminell mit schwersten Straftaten wenn die entlassen werden, dass sie nicht automat also natürlich polizeiliche Aufsicht etc.

00:23:56: gab's natürlich und Führungsaufsicht des rechtliche Instituts gab's auch schon.

00:24:00: Es ging halt dann darum zu sagen man muss da auch Unterstützungsleistungen Geben.

00:24:06: und so ist dann im Jahr zwei tausend acht Bios gegründet worden.

00:24:10: Ich glaube am Anfang von siebzehn tapferen Streitern, also Rechtsanwälten, Zweipsychiatern und mehreren Richtern die gesagt haben wir wollen im Rahmen natürlich dieser Neufassung im STGB dafür sorgen dass auch wirklich Therapie Angebote da sind, weil damals das in Baden-Württemberg genauso war.

00:24:29: Es stand zwar auch im Gesetz drin aber letztlich war das totes Recht, weil niedergelassene Therapeuten nicht so entschafft darauf waren unsere Klientel in der Praxis zu haben.

00:24:39: und ein Stück weit fühlt sich die Bahn Württembergeschi Justiz dem Ehe mein Generalbundesanwalt Rehmmann immer verpflichtet, der mal den Spruch geprägt hat.

00:24:49: Wer richtet muss auch wieder aufrichten also dass es sozusagen eine moralische Pflicht gibt selber dafür auch für ein Umfeld zu sorgen das sozusagen die Resozialisierung fördert.

00:25:00: insofern war Bios dann schon patchen ne bürgerschaftliche Antwort auf diese rechtliche Änderung.

00:25:07: Im Jahr zwei Tausend Dreizehn ist dann noch was gekommen, weil wir da ein ganz bisschen stolz drauf sind.

00:25:13: Man muss jetzt sagen es ist zwar eine sehr spezielle Regelung aber in der Strafprozessordnung ist da geregelt worden das prinzipiell Täter die wegen eines Delikts zum Nachteil von Minderjährigen eine Straftat begehen hinsichtlich ihres Therapiebedarfs begutachtet werden sollen und dass es in der Tat oft eine Initiative unseres Vereins zu müssen wir mit zurückzuführen, dass das in die Strafprozessordnung eingegangen ist.

00:25:40: Es glaubt dann auch jetzt vielleicht nicht so ganz zufällig eine obergerichtliche Entscheidung im Bahn Württemberg und zwar am Oberlandesgericht Karlsruhe, dass die Klienten auch im Straffollzug wenn dort keine entsprechende Therapie angeboten werden kann Anspruch auf einen externen Therapeuten haben die im Rahmen der Straffaussetzung erlassen werden können.

00:26:06: Und da ist jetzt unter sechs psychatische, psycho- oder sozialtherapeutisch betreuen und behandeln zu lassen – die sogenannte Therapieweisung.

00:26:14: Der Paragraf siebenfünfzig regelt dann die Strafrest-Aussetzung?

00:26:19: Also das sind diejenigen, im Strafvollzug waren und wurde dann zum Halbstrafenzeitpunkt oder zum Zweidrittelzeitpunkt eine Aussetzung der Reststrafe aus Bewährung in Betracht gezogen wird.

00:26:31: Das ist dort auch geregelt worden, dass das Analog gilt.

00:26:35: die Paragraphen, siebenfünfzig A bis E gelten analog und darunter war die auch der sechsten.

00:26:40: fünfzig C liegt dazwischen und das ist die Therapieweisung, die da drin ist.

00:26:44: und ebenso bei der Strafeaussetzung einer lebenslangen Strafe ist das eben auch vorgesehen.

00:26:51: Und bei den Weisungen im Rahmen der Führungsaufsicht, Sie sehen schon das ist natürlich auch irre wie lang dieser Weissungskatalog im Rahmen einer Führungsaussicht geworden ist.

00:27:00: Ich habe ja gesagt ich war fünfzehn Jahre oder sechzehn Jahren sogar bei der Bewährungshilfe und man hat als dieser Weißungskatalog dann so, da hat man wirklich sukzessive bei den Strafvollstreckungskammern auch festgestellt Manche dann der Meinung waren, dass die zu irgendetwas, zu jedem dieser Punkte dem was auferlegen sollten.

00:27:19: Das war dann auch nicht mehr produktiv.

00:27:21: aber da ist die Vorstellungsweisung genannt und die Therapie-Weisung.

00:27:25: Die Vorstellingsweisung ist übrigens bei Nichteinhaltung selber wieder strafbewerten.

00:27:29: Noch hundredfünftvierzig A Strafgesetzbuch das die kommen müssen sonst laufend halt Gefahr wieder verurteilt zu werden.

00:27:40: Das Ganze ist in Brand-Württemberg dann umgesetzt worden.

00:27:42: Im Rahmen einer Verwaltungsvorschrift, die erste Fassung im Jahr zwei Tausendzehn damals nur für die Führungsaussicht Klienten Zielgruppe Außenmaßregelvollzug und Strafvollzug weil es eine gemeinsame Verwaltungsschrift des Sozialministeriums und des Justizministeriums waren auch die Maßregelklienten von Betroffen Und das vorbereitende Aufnahmeverfahren war der auch schon genannt.

00:28:09: Therapieweise grundsätzlich auf drei Jahre beschränkt, dann gab es eine Neufassung im Jahr zwei tausendsehntzehn.

00:28:15: Da ist halt auch abgedeckt worden.

00:28:17: die Bewährungszeit also Bewährungsklienten.

00:28:21: Es ist in der ersten Fassung, war noch und da haben wir uns damals in einer Bewährungshilfe besonders drüber gefreut.

00:28:27: Da war der Bewährungshilfer aufgefordert zu prüfen die Vermögenslage des unterstellten Klienten zu prügen ob bei die Therapie nicht selber zahlen.

00:28:35: Ist ein bisschen als Witz kann man glaube ich sehen.

00:28:38: das war aber am Anfang in der Tat ein Blockierer.

00:28:41: ja dass das richtig anfing zu laufen.

00:28:43: es kam dann später raus Und Dreiundzwanzig sind halt auch Weisungen nach dem J-Gerät dazugekommen und auch Weissungen im Rahmen der Diversion.

00:28:52: Was sind dann die Abrechnungsgrundlagen?

00:28:54: Wie funktioniert das?

00:28:55: Es muss eine gerichtliche Weisung oder staatsanwaltschaftliche Diversionsgeschichte im JGG-Bereich vorliegen.

00:29:02: Der Klienten muss einer der forensischen Ambulanzen in Baden-Württemberg zugewiesen sein, da ist Bios nicht die einzige.

00:29:07: Es gibt noch Stuttgart, der Kollegen auch ein freier Träger, Prävent Sozial und dann gibt es nur einen forensische Ambulanz an der Uniklinik Tübingen.

00:29:16: Wir kriegen Prochal pro zugewiesener Person siebentausend zweihundert Euro im Jahr.

00:29:21: Dem wird rechnerisch, es sind dreißig Behandlungsstunden im Jahr abgerechnet.

00:29:25: Wir können quartalsweise die Rechnung stellen.

00:29:28: für Stunden, die davon nicht stattgefunden haben müssen wir halt pro Nicht-Stadtgefundener Stunde, eighty fünf Euro zurückerstatten.

00:29:36: Wie kommen die Leute in die forensische Amulanz?

00:29:38: Also sie müssen Straftat begangen haben, müssen abgeurteilt worden sein.

00:29:42: Es muss eine gerichtliche Weisung vorliegen.

00:29:44: Der Punkt Bewährungszeit am Anfang gar nicht dabei gewesen Und Sie haben jetzt gesehen, dass die Bewährungsklienten aber die doppelte Anzahl der Führungsaufsichtsklienten ist.

00:29:56: Die Jugendlichen lassen wir mal raus weil das sind noch mal spezielle Fragen.

00:30:02: Wir haben auch dort also im forensischen Bereich um das vielleicht kurz noch zu sagen eine eigene Jugendabteilung auf mit Kinder und Jugend Therapeuten, die halt auch die Besonderheiten dieses JGG-Bereis aufnehmen.

00:30:14: Natürlich im Jugendbereich weil wir da noch viel mehr im System mit Familie und so arbeiten ist das halt auch ein Stück weit arbeitsintensiver.

00:30:21: So jetzt bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit!

00:30:37: Das war sie die Folge von Präventionsgizvicscha diesmal mit einem klaren Blick auf die juristische und strukturelle Seite des BIOS BW Modells.

00:30:45: Was diese Folge besonders gemacht hat, ist die Erkenntnis dass gute Nachsorge und therapeutische Begleitung im forensischen Bereich eben nicht nur von engagierten Einzelpersonen abhängen.

00:30:54: Sie brauchen eine rechtliche Grundlage, administrative Klarheit und eine Finanzierung die das Ganze auch tatsächlich trägt.

00:31:01: Besonders hängen geblieben für mich sind vier Punkte.

00:31:03: Erstens Therapie im forensischem Kontext ist rechtlich verankert und zwar über verschiedene Wege.

00:31:09: Dazu gehören Weisungen am Rahmen der Strafaussetzung zur Bewährung, bei Strafrestaussetzungen in der Führungsaufsicht und inzwischen auch Regelungen die den Jugendbereich betreffen.

00:31:20: Das macht deutlich Therapie ist hier kein freiwilliges Extras sondern kann Teil eines rechtlich geregelten Resozialisierungsauftrag sein.

00:31:27: Zweitens das BIOS-Modell funktioniert weil es die Lücke zwischen Gesetz und Praxis schließt.

00:31:32: Die rechtlichen Möglichkeiten dafür gab es schon zum Teil lange aber in der Praxis liefen sie oft ins Leere weil die passenden Angebote fehlten.

00:31:39: BIOS-BW ist genau aus dieser Lücke heraus entstanden.

00:31:43: Drittens, spannend ist die klare Systematik des Modells – Vorstellungsweisung, Therapiezuweisungen, vorbereitenes Aufnahmeverfahren, pauschalisiert Finanzierung anerkannte forensische Ambulanzen.

00:31:55: Das alles schafft Verbindlichkeit, Planbarkeit und ein verlässlichen Rahmen in den therapeutischer Arbeit überhaupt erst möglich wird.

00:32:02: Viertens, gerade in den Phänomenbereichen Extremismus ist das hochrelevant!

00:32:07: Denn auch dort erleben wir immer wieder, dass gute Begleitung an Übergänge scheitert.

00:32:11: Zwischen Haft und Freiheit zwischen Sicherheitslogik und Hilfe zwischen richterlicher Erwartung und fehlender Versorgungsstruktur.

00:32:18: Das BIOS-Modell zeigt das solche Schnittstellen nicht nur beschrieben sondern auch rechtlich und institutionell organisiert werden können.

00:32:26: Und damit sind wir ja schon fast am Ende dieser Staffel angekommen.

00:32:30: In der nächsten Folge hört ihr dann die abschließende Podiumsdiskussion mit spannenden Gästen aus Praxis und Verwaltung.

00:32:36: Dabei geht es nochmal um die große Frage, wie integrierte Beratungs- und Therapiestrukturen in der Radikalisierungsarbeit künftig aussehen können.

00:32:44: Also bis nächste Woche!

00:32:46: Danke dass ihr zugehört habt und Präventionsgezwitscher gibt es überall dort wo ihr Podcast hört.

00:32:51: Wenn euch diese Staffel gefallen hat dann hört auch gerne in die anderen Folgen rein und teilt sie sehr gern Macht's gut und bis bald.