Präventionsgezwitscher - Podcast Grüner Vogel e.V.

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00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Präventionsgezwitscher, dem Podcast von Grüner VogelEV.

00:00:27: Ich bin Alma Fati, Fallberaterin bei Grüner Vogel EV – und ich freue mich, euch auch heute wieder durch diese Folge zu begleiten!

00:00:35: Diesmal hören wir einen Mitschnitt aus der Podiumsdiskussion unseres Fachtages moderiert von Axe Schurbohm Und die nennt noch einmal eine etwas andere Perspektive ein als viele Folgen davor.

00:00:47: Denn nach den Einblicken in Fallarbeit psychotherapeutische Perspektiven und konkrete Beratungsprozesse schauen wir jetzt stärker auf die Strukturen dahinter.

00:00:57: Auf Justizvollzug, Bewährungshilfe, Trägerlandschaften, Übergänge nach der Haft- und Frage was es eigentlich braucht damit Radikalisierungsarbeit nicht nur im Einzelfall gut funktioniert sondern auch dauerhaft tragfähig ist?

00:01:12: Im Zentrum steht die Frage wie kommen wir zu einer integrierten Beratungstherapiestruktur in der Radikalisierung?

00:01:19: Dafür diskutieren Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen miteinander.

00:01:22: Aus Forschung, Justizvollzug, therapeutischer Praxis, Trägerarbeit und Distanzierungsarbeit – und genau das macht diese Runde so spannend!

00:01:31: Es geht nicht nur um fachliche Ideale sondern um ganz praktische Fragen.

00:01:36: Wer kennt man Radikalisierung und Vollzug überhaupt?

00:01:39: Wie gelingt ein guter Übergang nach der

00:01:41: Entlassung?!

00:01:42: Was passiert, wenn Projekte wegbrechen, Vertrauen verloren geht und Strukturen nur auf Zeit finanziert sind?

00:01:49: Und wie viel Verbindlichkeit, Mut und Kooperation braucht ein Feld das immer auch sicherheitsrelevant ist.

00:01:57: Das ist also eine Folge über Verantwortung – über institutionelle Realität und über die Bedingungen unter denen gute Arbeit überhaupt erst möglich wird!

00:02:15: Thema der Podiumsdiskussion auf dem Weg zur integrierten Beratung, Therapiestruktur in der Deradikalisierung.

00:02:21: Sie kennen schon von Ihnen rechts nach links Volkmar Körner, Stefanie Balscheidt und Fabian Wichmann.

00:02:29: Die haben sie heute schon gesehen.

00:02:30: Neu dazugekommen ist Kai Abraham, der seit den Vollzugsleitern der Justizvollzugsanstalt für Berlin und ständiger Vertreter der Amtsleiterin ist.

00:02:40: Dann Laura Wilde Mitarbeiterin Teilanstandsleitung der Justizvoll-Zugsanstalt Berlin Tegel.

00:02:47: Und direkt zu meiner linken Dr.

00:02:49: Benjamin Heidenreuther, Leiter der Forschungsstelle für strategische Polizeiforschung an der Akademie der Polizei Hamburg.

00:02:56: Ich mache das jetzt zum vierten Jahr in Folge.

00:02:58: Ich glaube, vier Jahre in Folge habe ich Claudia Dunschkond ihrem Team gesagt aus unterschiedlichen Gründen, dass mehr als drei Leute auf dem Podium für mich keinen Sinn ergeben.

00:03:07: Die letzten Jahre haben wir es im Weltfünf gemacht.

00:03:10: Diesmal sind es eine Woche vorher sechs geworden, aber und damit kommen wir zum nächsten Punkt der Bedeutung vom grünen Vogel im Feld.

00:03:17: Ich habe für fast fünf Jahre für die BAG Relics gearbeitet aus meiner Sicht auch ne bedeutende Organisation, eine bedeutene Struktur im Feld.

00:03:26: ich hab jedes Jahr versucht Bernhard Heidenreuther als Referenz zu bekommen Und wie in jedem Jahr zeigt mir Claudia mit ihrem Team Wie bedeutungslos ich doch eigentlich bin und war denn jedes Jahr ist irgendjemand dabei, bei dem ich es über fünf Jahre versucht habe.

00:03:42: Alles versucht habe die Person zu gewinnen und das hat nie geklappt!

00:03:46: Und bei Claudia...und da schließt sich der Kreis zwischen der Bedeutung oder Zusammenarbeit.

00:03:52: Benjamin Heidenreuth hat gesagt naja für Claudia mache ich's halt und genau deswegen lasse ich es auch zu dass sie sechs Leute aufm Podium sitzen.

00:03:59: Für Claudia mache Ich das halt.

00:04:01: und ein weiterer Fun-Fact noch im ersten Jahr ist hier die Bühne unter mir zusammengebrochen.

00:04:07: Ich hoffe, sechs Personen hält die Bühne aus.

00:04:10: Mich hat sie nicht gehalten!

00:04:12: Wir starten da wir von den ersten drei von Ihnen aus rechts schon was gehört haben.

00:04:17: Sie haben eine Idee davon welche Position Sie vertreten Welche Argumente Sie gegebenenfalls schon gebracht haben.

00:04:23: Deswegen starten wir mit einem Eingangs-Dateman mit den drei neuen Personen Startend bei Benjamin Heidenreuther Und weil wir eine breite Perspektive auf die Arbeit im Justizvollzug haben wollen, über die Strukturen im Justiizvollzug haben wollen an die drei Neuen.

00:04:39: Wie steht sich eigentlich die aktuelle Situation in Bezug auf Deradikalisierung und Extremismus?

00:04:45: Im Justiz-Vollzug da für Sie aus Ihrer Perspektiver, aus Ihrem jeweiligen Bundesland – was funktioniert da aus Ihrer Sicht gut?

00:04:52: Wo gibt es gegebenenfalls Herausforderungen?

00:04:55: Und ergänzen dazu die Frage, wenn Sie die aktuelle Situation auf einer Skala von eins bis zehn bewerten.

00:05:02: Wo stehen wir da gerade?

00:05:04: Herr Haydnoyter, bitte!

00:05:06: Vielen Dank.

00:05:07: Ich muss mal vielleicht kurz so wegschicken... ich begleite ja das Amt des Leiters der Forschungsstelle für strategische Polizeiforschung an der Akademie seit September letzten Jahres.

00:05:17: Davor war ich aber siebeneinhalb Jahre Verratsgruppenleiter in der Justizbehörde dort im Abteiligen Justizvollzug Und insofern, das was ich jetzt sage ist so ein bisschen aus der Perspektive der vorherigen Verwendung nicht aus der aktuellen.

00:05:31: Ich habe eine Minute hab' ich gehört um zu sagen wo wir heute im Bereich der Radikalisierung und Revenzionsarbeit im Justizvollzug stehen.

00:05:37: Das finde ich herausfordernd.

00:05:38: Deshalb ganz kurz... Wo kam er eigentlich her?

00:05:42: Wir kam ja da von einer Frage erst mal des Was-was haben wir vor uns als wir uns überhaupt mit dem Phänomen Islamismus und islamistischer Terrorismus angefangen haben zu befassen vor über zwanzig Jahren?

00:05:52: Und wir haben jetzt mal gefragt, was ist das denn Salafismus?

00:05:55: Da gibt es diesen tollen Artikel von Quintin Victorovitz, der jetzt Salafismus in drei verschiedenen Arten zerlegt hat.

00:06:01: Man hat sich darüber dann wissenschaftlich jahrelang noch ausgetauscht ob das alles so ist und so weiter und sofort.

00:06:06: Dann haben wir uns gefragt wer radikalisiert sich?

00:06:09: und da haben wir gemerkt Wir müssen vielmehr über Biografien sprechen.

00:06:12: So kam's ja zu den Beratungsstellen und dem biografisch-systemischen Ansatz.

00:06:16: und dann irgendwann mit dem IS kam die Frage auf wo radikalisieren sie sich eigentlich?

00:06:21: Und dann landeten wir auf einmal beim Thema Justizvollzug,

00:06:24: weil

00:06:25: ab dem Jahr von den Jahren im Jahr war das Thema total on vogue.

00:06:29: Radikalisierung in Justiz-vollzugsanstalten fanden sie damals ja in fast jeder Zeitung, Tages oder Wochenpresse und man ging davon aus, die sind ja alle schon delekvent gewesen – die Täter zumindest, die meisten von denen haben ja irgendwie eine Gewaltkarriere hinter sich und die müssen sich irgendwo radikalisiert haben.

00:06:47: also….

00:06:48: Das war bestimmt im Gefängnis!

00:06:49: Wir müssen vielmehr auf Gefängnisse schauen.

00:06:51: So wurde der Ball dann in den Justizvollzug gespielt und musste dort ja quasi aufgenommen werden.

00:06:56: Wir taten so ein bisschen die Bundesjustizministerin und Bundesjustietsministerleite, die auf einmal mit diesem Thema da konfrontiert waren.

00:07:01: Davor war das immer beim BMI und bei den Innenministerien.

00:07:05: Ja jetzt mussten sie aber auch liefern!

00:07:07: Und dann gab es eine Findungsphase wo man ist mir guckt was machen wir überhaupt?

00:07:11: Es wurden Programme aufgelegt, es wurde viel experimentiert bis dann tatsächlich – und das ist die Frage, wo stehen wir heute – Wie ich finde, doch gewachsene und gut sortierte Struktur entstanden ist im Justizvollzug in nahezu allen Bundesländern.

00:07:27: Wo es in den Vollzugsanstalten geschultes Personal mittlerweile gibt auch über die letzten Jahre immer mehr gewachsen und das wird jetzt auch noch weiter fortgeführt in vielen Bundesländer wo es freie Träger gibt, die mit den Justizministerien und den dienstortenden Justiz-Vollzugsanstalten zusammenarbeiten und dort verschiedene Dienstleistungen erbringen von der Bediensteten-Schulung bis hin zur tatsächlichen Arbeit mit Klientinnen und Klienten.

00:07:50: Und wir haben ja in den JVAN verschiedene Berufsgruppen, und zunehmend auch eine bessere Ausstattung finde ich zumindest mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und Psychologen und teilweise jetzt auch psychologischen PsychotherapeutInnen – das ist etwas was weiter wachsen wird, auch vor dem Hintergrund übrigens psychisch belasteten Klientel in den Anstalten, das hat ja auch im letzten Jahr deutlich zugenommen.

00:08:14: Das heißt die Situation ist finde ich in den letzten zehn Jahren nochmal deutlich besser geworden.

00:08:19: Deshalb würde ich bei der Skala eher weiter rechts der Mitte ansetzen aber ich will mich jetzt nicht auf eine genaue Zahl festlegen.

00:08:25: Das Problem was ich sehe ist wir brauchen Fachleute und diese Fachleuten kommen oft von Trägern, die mittlerweile auch über jahrelange Expertise verfügen.

00:08:35: Wir sehen jetzt aber... Und es kommt ganz oben im Moment von der Bundesregierung.

00:08:40: Der Rotstift wird angesetzt, Projekte sollen beendet werden, es soll neu ausgeschrieben werden.

00:08:45: Es entsteht eine massive Unsicherheit bei ganz vielen Trägern in der Zivilgesellschaft und gleichzeitig brauchen wir aber diese Fachleute die drohen jetzt alle abzuspringen wenn nicht klar ist was passiert mit mir im nächsten Jahr wovon solche meine Wohnung bezahlen etc.

00:08:59: Das heißt ich glaube die größte Herausforderung in den nächsten Monaten und Jahren für den Justizvollzug ist.

00:09:05: Wie geht es mit der freien Trägerlandschaft?

00:09:06: Und dem Projekten weiter, die mittlerweile fest etabliert sind im Justiz-Vollzug und die jahrelang Vertrauen aufgebaut haben mit den Bediensteten.

00:09:14: Das war nicht einfach das Freiträger aus dem Bereich in die Justiz Vollzugsanstalten kommen.

00:09:18: Und dass jetzt alles droht, in sich zusammenzufallen, finde ich wirklich alarmierend!

00:09:24: Wenn du am Waldo nie mit mir zusammenarbeiten wolltest, kennen wir uns dann nicht so gut.

00:09:28: Ich kann dich nicht einfach vom Haken lassen, ich brauche eine Zahl!

00:09:31: Wie weit von der Mitte sind wir rechts?

00:09:33: Amigotät ist ja irgendwie unser Geschäft und deshalb muss sich jetzt eigentlich auch in einer Komma-Stelle arbeiten.

00:09:40: also ich würde sagen Wir sind mal bei Null gestartet vor einigen Jahren da gab es einfach Extremismusfunktionen im Vollzug.

00:09:47: so gut wie nicht klang auf rechtsextremismus.

00:09:49: da gab das gerade in ostdeutschen ländern Mücke und Kot, die haben der Vier gemacht.

00:09:54: Mittlerweile fand ich, waren wir da auf einem guten Weg... Ich meine man kann es auch nicht sein, das ist Fideralismus.

00:10:00: Jedes Bundesland tickt er anders!

00:10:01: Ich kann's für Hamburg beantworten.

00:10:03: Wir fanden in Hamburg ein Konzept, wir hatten Meldewege.

00:10:06: Und wir haben das immer noch.

00:10:07: Wir haben eine gute Kooperation mit verschiedenen Schnittstellen.

00:10:11: Auch mit der Bewährungshilfe und den Fachabendstrafen, den Gerichtshilfen also Entlassungsmanagement.

00:10:16: Das ist übrigens ja auch nochmal wichtig was passiert eigentlich mit den Leuten wenn sie entlassen sind.

00:10:19: aber zweiter Punkt Und da würde ich sagen, waren wir auf dem Weg zu einer guten Acht.

00:10:27: Was jetzt allerdings passieren könnte wenn diese Mittel zusammen wirklich enden sollten auslaufen sollten uns nicht gelingen soll dieses Projekte zu retten über die Linie dann drohen wir da massiv natürlich wieder zurückzufallen in eine schlechtere Kategorie.

00:10:41: Die ach, viel

00:10:46: sportlich.

00:10:48: Aus der Justizvollzugsanstalt Tegel seit Jahrzehnte.

00:10:52: ich war dort bis letztes Jahr als Gruppenleitende tätig und bin jetzt seit November in die Mitarbeiter-Teilensteitsleitung gewechselt.

00:10:59: Genau!

00:10:59: Und ich kann ein bisschen anschließen tatsächlich an das Statement von gerade.

00:11:04: Das war so positiv formuliert.

00:11:05: Der Ball lag bei den justizvollzugsanstalten.

00:11:08: Was wir wahrnehmen ist einen enormen Druck, der da aufgebaut wird.

00:11:11: Der ball liegt bei uns.

00:11:12: Wir sind Institutionen im absoluten Zwangskontext.

00:11:15: Es wurde vorhin auch, Herr Abram Sie haben es einmal angesprochen, Therapie im Zwangskontext, intrinsische Motivation.

00:11:21: Das gibt's nicht bei uns, das ist niemand intrinsisch motiviert.

00:11:24: Keiner kommt freiwillig und spricht mit mir!

00:11:28: Also niemand denkt sich auf Mensch.

00:11:29: jetzt möchte ich unbedingt gerne mal meine radikalen Gedanken teilen.

00:11:32: wo ist der nächste Sozialarbeiter?

00:11:34: Trotzdem wird erwartet die Männer sind da wir müssen sie wissen und wir müssen es richten.

00:11:39: Und der Blick liegt auf den Ansteigenwert.

00:11:41: neulich Besuch von jemand aus der Senatsverwaltung und er hat im Nebensatz einen.

00:11:44: Er hat gesagt, es darf niemand aus der JVA entlassen werden und drei Tage später einen Anschlag begehen.

00:11:48: Das darf nicht passieren!

00:11:50: Also die Frage ist immer so was impliziert das für uns sie wieder arbeiten?

00:11:53: Wir müssen erst mal wissen.

00:11:54: also wir müssen wissen dass jemand radikal ist.

00:11:57: wie erfahren wird das?

00:11:57: ich habe mal gestern mit unseren Extremismusbeauftragten gesprochen auf unserer Liste in Tegel.

00:12:02: wir haben circa acht hundert gefangene.

00:12:04: Männer stehen im niedrigen zweistelligen Bereich.

00:12:06: Leute Ich würde jetzt mal behaupten das sind nicht alle Männer die inhaftiert sind mit einem extremistischen Gedankengut.

00:12:13: Das sind die, wo wir es wissen.

00:12:14: Wir haben in Berlin über dreihundert Männer, die sind gar nicht eingewiesen.

00:12:17: Da kriegen die Justizvollzugsanstalten nicht mal einen Urteil.

00:12:21: Die liegen dann da und werden reingespült in den Strafanstalten.

00:12:24: Und wir wissen überhaupt nichts!

00:12:25: Wir wissen den Namen im Vornamen des Geburtsdatums, wenn das stimmt... ...und sollen dann aber richten.

00:12:31: Wie sollen sie denn Heile machen?

00:12:33: So dass sie nicht mehr gefährlich sind.

00:12:35: Also ich finde, die Umstände sind wirklich miserabel was das betrifft.

00:12:39: Die freien Träger, die können wir auch erst involvieren Wenn wir wissen, wenn es Struktur innerhalb der Justizvollzugsanstalt gibt.

00:12:48: Die überhaupt zulassen dass ein Sozialarbeiter, Sozialarbeiterin Psychologin, Therapeut Kenntnis hat von einer Radikalität.

00:12:56: und radikale Ideen, Gedankengüter sind Dinge die teile ich ja nicht sofort!

00:13:01: Wenn ich jetzt so richtig radikal bin dann halte ich das ja versteckt Das ist ja das erste was ich versteckt habe sehr super gefährlich im Justizvolzug so ein Gedankengut zu äußern, weil wir sind ja eine Sicherheitsbehörde.

00:13:12: Wir sind ja in allererster Linie auf Sicherheit ausgerichtet.

00:13:14: Das heißt wenn dann gefangen dazu mir kommt und sich radikal äußert,

00:13:18: dann

00:13:18: stehe ich sie nicht als erstes zum Therapeuten sondern gehe ich als erstens zu meinem Vollzugsdienstleiter und sagt, hoho gefährlich!

00:13:24: Da müssen wir ganz schnell Sicherungsmaßnahmen einleiten, da müssen wir mal gucken ob wir irgendwelche verfügungen erlassen darfst ihr überhaupt nur noch mit zwei Leuten?

00:13:31: Also das funktioniert erstmal.

00:13:33: der Sicherheitsabpreis geht erstmal repressiv.

00:13:36: damit sich überhaupt eine Struktur entwickelt, dass jemand sich äußern kann.

00:13:39: Müssen wir den Fokus ein bisschen aus den Vollzugsanstalten rausnehmen und in die tatsächliche Behandlungs- und Arbeit gehen und in der Perspektivarbeit?

00:13:48: Also das es auch den Männern erlaubt wird, sich frei zu entfalten mit einem Gruppenleiter, den Sie lange kennen, der in einer kleinen Gruppe für sie zuständig ist... Genau!

00:13:57: Und ich wäre bei einer Vier.

00:13:59: Das ging schnell.

00:14:00: Danke schön, Herr Abraham.

00:14:02: Sehr gerne.

00:14:03: Ich kann mich auf beide beziehen.

00:14:04: So, ich hatte damals in der Zeit im Jahr zweiundundachtzehn war ich zuständig in der Senatsverwaltung für Justiz genau für das Thema.

00:14:10: Das Thema aufzugreifen und das Thema zu etablieren für den Berliner Justizvollzug.

00:14:15: Wir haben es damals nicht als Druck von außen gesehen, sondern als Notwendigkeit von Ihnen weil wir gemerkt haben, wir sind mit dem Klientel eine Arbeit in der Behandlung einer Betreuung in der Aufsichtigung was die Sicherheitsaspekte angeht teilweise überfordert ungeübt, unerfahren und brauchen die Expertise von Außen.

00:14:32: Wir haben damals, wie ich finde für Berlin einen sehr guten Handlungsleitfaden aufgelegt.

00:14:37: Der für alle sieben Vollzugsanstalten in Berlin gilt, wonach der ganz vielen Aspekten vorgegeben ist, wie es mit diesem Klientel umzugehen.

00:14:46: Egal ob Jugend, ob erwachsenen Männer, Erwachsene oder Jugendliche Frauen.

00:14:50: In diesem Handlungs- leidfahren war damals auch ... gleich festgestellt worden.

00:14:55: Es ist unabhängig von den Expertisen, die wir im Vollzug haben mit unserem Personal sind freie Trägerinnen und Freien Trägern einzubinden.

00:15:02: Das ist ganz klar.

00:15:03: Wir kommen nicht drum herum.

00:15:05: Wir haben damals aus dem Jahr zwei Tausendundachzehn angeregt dass es ein Trägeverbund gegründet wird weil wir eine Trägerevielfalt abgebildet haben wollten und nicht irgendwie Einträger uns auspicken der dann das Marktpotenzial da aufnimmt und dann quasi auch die Deutungs- und Behandlungshoheit hat.

00:15:21: Die Trägervielfalt kam damals zustande über VPN, über Nexus und Denkzeit-EV.

00:15:27: Es hat in der Zusammenarbeit dieser drei Träge aus meiner nachträglichen Betrachtung nicht allzu gut funktioniert dass man tatsächlich sagen kann die haben sich untereinander abgesprochen.

00:15:37: wer ist der richtige Ansprechpartner für diese Frau?

00:15:39: Für diesen Mann?

00:15:41: Wer hat die beste Expertise.

00:15:43: Und gerade in heutiger Zeit, wo wir dann auch in das ganze Thema Linksextremismus-Gewaltbereiter, Linkseextremismus denken müssen.

00:15:50: Rechtsextremmismus denken müssen ist für Berlin relativ neu.

00:15:54: Das hatten wir eine lange Zeit, Gott sei Dank nicht!

00:15:56: Die Reisbürgerszene ist dazugekommen und ähnliches.

00:15:59: Ist aus meiner Perspektive ein Trägervielfalt sehr wichtig um tatsächlich den großen Spektrum.

00:16:05: zu bilden.

00:16:06: Wir haben aktuell siebenunddreißig Personen im Berliner Justizvollzug, die dem Extremismus zugeordnet werden können durch einschlägige Straftaten und durch offene Sympathie mit gewaltbereitem Extremismus.

00:16:19: Ich

00:16:20: teile es nicht ganz so wie Sie das aus Ihrer Erfahrung sehen weil ich denke schon mit Untersuchungshaft kriegen wir natürlich über die Sicherheitsbehörden die Hinweise Achtung.

00:16:28: da kommt jemand die Sicherheitsabteilungen in den Justiz Vollzugsanstalten sind eng einzubinden Und bevor es in die Behandlungsarbeit geht, passiert ja auch schon noch eine ganze Menge auf eher diesen Beobachtungsaspekt und auf diesen Aspekt.

00:16:42: wie verhalten sie sich im Umgang mit anderen Gefangenen?

00:16:46: Ich würde sagen dass die soziale Dienste der Justiz also die Bewährungshilfe in Berlin nicht rauszudenken ist aus diesem ganzen Verfahren.

00:16:52: Wie funktioniert's im Vollzug?

00:16:54: weil wir natürlich auch die sozialen Diensten der Justize rechtzeitig einbinden für die Entlassungsvorbereitung und dann geben wir den Ball quasi ab.

00:17:03: Und wenn wir die Auflage haben, hier darf niemand rausgehen und morgen einen Anschlag führen ist das für die sozialen Dienste denke ich mal noch herausfordernder.

00:17:10: Weil dann sind sie da an der Betreuung und wenn was passiert gibt es den Ärger auf allen Seiten.

00:17:15: Ich würde sagen auf der Skala von eins bis zehn befinden wir uns durch die klaren Handlungsanweisungen, durch die Expertise im Vollzug in den sozialen Dienst der Justiz und durch die Einbindung der freien Träger doch schon bei einer Acht in Berlin.

00:17:35: Okay, haben Sie recht.

00:17:36: herzlichen Dank!

00:17:37: Ich

00:17:38: würde jetzt gerne Frau Balscheid, Herrn Korner und Herrn Wichmann mit einbinden.

00:17:44: Sie haben mir die Tür geöffnet Herr Korner Schwaben im Berlin schwieriges Thema gerade bei der Frage die es auch kommt was können wir eigentlich hier in dem Kontext?

00:17:54: Der hier heute vertreten ist aus BIOS Lernen und welche konkreten Verbesserungen auch gerade durch das was sie gehört haben könnten durch Anpassungen dann erreicht

00:18:03: werden?

00:18:05: Also erstens sind wir keine Sparmen, sondern Badener aus dem Bereich und ich bin Niedersachse.

00:18:10: Und der ist eine Bremerin.

00:18:11: also wir sind da jetzt unempfindlich.

00:18:14: was kann man lernen?

00:18:15: das weiß ich jetzt so ad hoc nicht.

00:18:18: Ich glaube da ich die Landschaft in Berlin nicht so kenne.

00:18:22: Wir haben in Baden-Württemberg so vielleicht mal sagen In dem Bereich der Verzahnung Bewährungshilfe Freie Strafhelligenhilfe, die nennen sich dann oft Vereine zur Förderung der Bewährungshilfe aus der Historie heraus und den auch in freier Trägerschaft stehenden forensischen Ambulanzen eigentlich ein gutes Ökosystem.

00:18:44: Das sich auch regelmäßig austauscht und was gut funktioniert... Der Austausch ist ehrlich gesagt im Flächenland vielleicht sogar ein bisschen schwieriger als es in Berlin der Fall wäre.

00:18:55: aber da würde ich sagen das ist eigentlich das was es im Bahn Württemberg wobei ich jetzt nicht sagen könnte, wo wir da stehen.

00:19:04: Aber das ist der Punkt die besondere Art der Finanzierung eigentlich der freien Träger oder wie wir es erleben im forensischen Bereich.

00:19:12: Das hat natürlich auch einen Vorteil.

00:19:14: Irgendjemand hatte ja gefragt, wie ist das wenn die Fallzahlen hochgehen?

00:19:18: Das ist in der Tat ein Riesenvorteil den wir haben dass wir eine Fallfinanzierung.

00:19:23: Wenn wir jetzt nur ganz geringe Fallzahl hätten, wäre es schwierig.

00:19:25: Weil dann würde das zu nichts reichen.

00:19:28: Aber wenn's bei uns hochgeht sozusagen die Belastung, da kriegen wir auch mehr Geld und wir können bedarfsgerecht Personal planen, wenn wir es dann kriegen und so.

00:19:36: Das ist alles ein bisschen schwierig aber normalerweise klappt das ganz gut.

00:19:40: Das wäre eine Form der Finanzierung wo man rüber nachdenken könnte.

00:19:46: Natürlich ist es so, dass die Finanzministerin natürlich in der Regel gerne einfach nur ein festes Budget geben.

00:19:52: Am besten auch im Bahnwürttemberg kann man Doppelhaushalt, denn das ist über zwei Jahre, dass es zwischendurch Kostensteigerungen gibt, Personalkostensteigerung interessiert die da meistens auch nicht so sehr muss man sagen und das halt der Nachteil höhere Belastung muss mit dem gleichen Budget schultern in der Regeln dann auf kostener Qualität.

00:20:08: Das sind so diese Ökosystemen und vielleicht die Form der Finanzierung

00:20:12: bei uns.

00:20:13: Haben Sie recht?

00:20:13: Herzlichen Dank Frau Balscheidt!

00:20:15: Ich kann das Ganze natürlich aus der therapeutischen Sicht, die dann letzten Endes ja mit den Klienten arbeitet sagen.

00:20:21: Also ich finde vor allen Dingen dass was bei uns gut funktioniert ist.

00:20:25: Ich muss mir keine Gedanken darüber machen ob ich meinen Klient in einem halben Jahr noch sehen kann oder nicht weil ich da einfach abgesichert bin dadurch und auch weiß selbst wenn es dort ein Beschluss erst mal bis dahin geht weiss ich im Zweifelzweil wir machen eine Beschlussverlängerung Wir regen das an wir geben eine Empfehlung ab und da werden wir gesehen Und in der Regel wird das dann auch so umgesetzt, sodass ich eben auch langfristig planen kann meine Behandlung.

00:20:49: Dass ich langfristige mit meinen Klienten planen können und entsprechend eben auch meine Themen setzen kann einfach und sagen kann okay wir widmen uns dem Thema heute und das andere machen wir dann halt in drei Monaten weil ich weiß ich kann den auch in sechs Monaten noch drauf ansprechen.

00:21:05: einfach Das, was der Herr Körner gerade auch schon gesagt hat.

00:21:08: Was für uns als Therapeuten unglaublich hilfreich ist, ist einfach auch der Austausch.

00:21:13: Also ich greif zum Hörer und rufe den Bewehrungshelfer an.

00:21:15: Ich hol mir ein Feedback.

00:21:16: Wie läuft denn der Klient bei dir?

00:21:18: Was hast du für einen Eindruck von

00:21:19: dem?".

00:21:20: Und das sind letzten Endes teilweise wirklich kurze Wege die uns die Arbeit erleichtern in dem Moment.

00:21:26: Wir haben es aufhin schon.

00:21:27: Es ist ja auch immer dieses Nerviesti-Motivationen.

00:21:29: Wie kommt er zu uns – auch bei uns!

00:21:32: Gerade Klienten mit Führungsaufsicht, die dort sitzen und sagen sie sind ja eigentlich am Ende des Tages auch Teil des Systems.

00:21:38: Sie kriegen ja das Geld doch auf.

00:21:39: von denen haben wir ganz oft und da einfach so diesen Switch auch mal zu haben.

00:21:44: wie präsentierte sich bei mir, wie präsentierte sich beim Bewährungshelfer, sich auch vom Vollzug...die Vollzugspläne zuschicken zu lassen.

00:21:52: Da einfach in den Austausch zu gehen um multiperspektivisch auch drauf gucken zu können Das finde ich unglaublich gut.

00:21:58: bei uns

00:22:00: Haben Sie recht.

00:22:00: herzlichen Dank.

00:22:01: Fabian Wichmann, dem grünen Vogel war es ja ein großes Anliegen des Bios hier heute dabei ist und das ist ja auch im zentraler Punkt des Fachtags der gehe ich davon aus dass du auch eine Perspektive darauf hast wo du Übertragungsmöglichkeiten siehst so du irgendwie Lernfelder siehst wie sehen die aus deiner Perspektivausfälle aus der Außenperspektive?

00:22:21: nochmal noch mal einfacher für dich auch zu sagen okay was ist jetzt eigentlich was man übertragen kann?

00:22:25: Was vielleicht aus der BIOS in Perspektiven schwieriger ist.

00:22:29: Was ich besonders spannend finde, ist der Gedanke der Verbindlichkeit.

00:22:33: Einerseits Verbindlichkeit für die Personen, die begleitet wird aus dem Vollzug nach der Haften-Entlassung, dass da eine Verbindligkeit für die Person in der Begleitung besteht und damit auch mit weiteren Hilfesystemen, die angebunden sind – und eine Verbindung strukturell.

00:22:49: Laura verbindet uns jetzt ja auch eine gemeinsame Zusammenarbeit bei einem Fall, wo man dann schon mitbekommen hat dass dann die Struktur nach Haftentlassung dann doch einfach... Die wurden dann auf zivilgesellschaftliche Struktur gelegt, was auch so weiter in Ordnung ist.

00:23:04: Also die Verbindlichkeit ist jetzt da auch nur bedingt da.

00:23:07: wenn die irgendwann nicht mehr da ist und wir hatten es gerade bin damals angesprochen Wenn diese zivil gesellschaftlichen Strukturen wegbrechen aufgrund von Finanzierungsfragen Dann ist natürlich auch wiederum die Begleitung der Personen unsicher.

00:23:18: Und wenn man mit Personen zu tun hat schweren Gewaltstraftaten, Terrorismus, kriminellen Vereinigungen oder wie auch immer in Haft sitzen oder saßen und dann begleitet werden.

00:23:27: Dann ist das natürlich schon ein hochsensibler Bereich, indem man da arbeitet, wo man jetzt nicht nur eine fachliche Verantwortung für den Fall hat, sondern auch eine Art von gesellschaftspolitischer Sicherheitspolitischer Verantwortung.

00:23:40: Und gerade da finde ich diesen verbindlichen Charakter der über BIOS hergestellt wird sehr wichtig, der auch ein Stück weit eine Kooperations... Grundlage eigentlich auch für andere Professionen schafft, um an dem Fall zu arbeiten.

00:23:53: Das wäre glaube ich so ein Lerneffekt den man da haben kann.

00:23:57: und aus meiner Praxis dieser Fall der mir dann im Auge ist... Da hat man die Verbindlichkeiten stückweit hergestellt über das Haftentlassungsgutachten und auch über die Verhandlung dass schon klar gesetzt wurde durch den Richter okay Entlassung, aber dann mit der Auflage.

00:24:12: und das sind wir wieder bei der Frage von Freiwilligkeit.

00:24:14: Mit der Auflage regelmäßiger Kontakt.

00:24:16: Das war auch nicht weiter definiert, aber regelmäßiger Kontakt mit dem Aussteigerprogramm.

00:24:20: Aber selbst diese Verbindlichkeit stellt ja schon eine ganz andere Grundlage her.

00:24:24: Und wie kannten die Personen auch schon über Jahre davor?

00:24:26: Also es war ein Vorlauf von Ich weiß nicht zehn Jahren und dann Haftentlassung.

00:24:31: also da war schon ne Grundlage.

00:24:32: und dann letztendlich diese Verbindung über die Auflage.

00:24:35: Und dann ist die Frage, wer finanziert es am Ende?

00:24:38: Wenn man sagt, okay, man hat da bundesvielförderte Projekte oder landesvierförderte Projekten.

00:24:42: Ja aber bei ja vulnerabler Finanzierungslage und Kürzungen und politischen Veränderung hat man die vielleicht nicht mehr und dann wird's halt tatsächlich kritisch.

00:24:53: Okay recht herzlichen Dank!

00:24:55: Die Themen, die für mich jetzt hängen geblieben sind Einräuter Frau Wilde Herr Abram war irgendwie so.

00:25:00: ja wenn wir die Verstetigung nicht haben Wenn wir zum Beispiel das Demokratie-Lebenthema aktuell haben, eine Bedrohung haben die ja auch durchaus dafür sorgt dass Fachkräfte den Bereich verlassen und dadurch auch professionelle Beziehungen nicht nur mit Klientinnen sondern auch mit anderen Behörden oder Organisationen.

00:25:17: Ja dann ein Problem dastehen.

00:25:19: Frau Wilder hat da auch gesagt sehr Kommunikation funktioniert jetzt zwischen unterschiedlichen Ebenen nicht so gut.

00:25:25: Wir wissen nicht zwangsläufig ob jemand irgendwie extremistisch ist.

00:25:29: Auch Herr Abram hat das Thema Kommunikation und Strukturen irgendwie aufgemacht.

00:25:33: So, ja jetzt haben wir hier drei Träger.

00:25:34: ist total super dass wir diese Vielfalt haben aber so richtig klar kommen die miteinander nicht.

00:25:40: ich übertreibe vielleicht ein bisschen Aber es hat auch seine Gründe.

00:25:44: so sehr der grüne Vogel mit Weilens Prevention Network Und auch mit Nexus dann in einem guten Kontakt ist gibt's trotzdem eine Struktur in der sich bewegen in der sie gewisse Abhängigkeiten haben und gewisse Verantwortung für ihre Mitarbeitenden.

00:25:58: Und dann stellt sich mir die Frage, ja wo ist denn eigentlich das Problem?

00:26:02: Wo sind die Fallstricke und die Herausforderungen?

00:26:05: Warum machen wir es nicht so wie in Baden-Württemberg.

00:26:08: Warum können wir zumindest im Kontext Justiz so wissen dass das hilfreich wäre und dass unsere Probleme beheben würde?

00:26:15: Nicht einfach so umsetzen!

00:26:17: Ich sehe es vielleicht ein bisschen anders.

00:26:19: Also ich würde sagen, diese ganze Fragestellung der... also erst mal wenn sie aus dem therapeutischen Kontext aus dem Vollzug rauskommen ist jetzt ja gewollt und gut.

00:26:26: Das heißt dann sollen Sie auch abrichten.

00:26:27: Wichtig ist der Übergang!

00:26:29: Und wenn wir sagen warum machen wir nicht dieses Baden-Württemberg-Modell?

00:26:33: Ich bin eher ein Freund davon zu sagen alles was in Führungsaufsicht Bewerbungshilfe sollte mehr Außenorientierung geben, mehr Weg von der Justiz geben die Führung auf Sicht Auflagen und die Bewährungsweisungen sollten eigentlich nur den Rahmen darstellen.

00:26:47: Es müsste.

00:26:47: natürlich wäre es ideal, wenn die ehemaligen Gefangenen eine freie Wahl auf den Therapeutenmarkt hätten.

00:26:54: Wenn sie sich auch eine eigenen Therapeutin oder Therapeutin suchen könnten.

00:26:58: ich bin kein Freund davon die Verlängerung von Justiz Einrichtungen zu etablieren und durchzufinanzieren.

00:27:04: Ich finde eine gute Finanzierung der Trägerstruktur wäre wichtig ne auch berechenbare in Berlin.

00:27:11: Ich weiß nicht wo das vor anders ist.

00:27:12: wir haben jetzt so über Zuwendungsmittel arbeiten wie viel für Justiz, das heißt es ist eine Finanzierungssicherheit von einem Jahr.

00:27:19: Von Jahr zu Jahr zu Ja!

00:27:21: Wir zahlen in Berlin hunderttausend Euro nur als Anteil für die Frage in den Dereadikalisierungsprojekten.

00:27:28: Siebenhunderttausehen Euro kommt vom Bund dazu durch das Bundesfamilienministerium.

00:27:33: Demokratie leben.

00:27:34: Wenn uns diese Sommer wegbrechen würde dann wäre Berlin ziemlich um einmal.

00:27:39: wie bekannt wenig Geld, kein Geld.

00:27:42: Und es ist ja so ein bisschen linke Tasche, rechte Tasche.

00:27:45: welche Behörde finanziert jetzt diese Trägerschaft?

00:27:47: Ich finde das gut zu sagen Justiz muss aus der Finanzierungsverantwortung für die Zeit nach Zuständigkeit der Justiz eigentlich raus.

00:27:56: ich würde da einhaken weil ich durchaus finde dass es sehr sinnvoll ist wenn sich Angebote überlappen also weil ich halte das für unrealistisch dass jemand der aus dem Justizsystem entlassen wird dass der dann, sag ich mal so kompetent ist zu sagen.

00:28:13: Ich suche mir jetzt draußen neuen

00:28:14: Therapeuten.".

00:28:15: Das ist eine fragile Situation.

00:28:17: Dafür gibt es

00:28:17: die Bewerbungshilfe zur Unterstützung?

00:28:19: Wenn sie dann angebunden sind!

00:28:20: Wir sind ja nicht immer an einer Bewährungshilfe angeboten.

00:28:23: Also die gibt's zur Unterstützung genau.

00:28:24: aber deswegen meine ich die Überlappung... Lass man natürlich guckt das es dann irgendwie nach Draußenfinanzierung

00:28:31: gibt.

00:28:31: Aber die Überlappung, dass nicht alles was in der JPA vielleicht gerade mal gut etabliert ist, vielleicht ein bisschen stabilisiert hat Vielleicht psychisch stabilisiert hat, vielleicht ein bisschen in die Richtung.

00:28:41: Was weiß ich?

00:28:42: Werterarbeit normalerweise wie auch immer gegangen ist dass es ad hoc alles auf einmal abbricht und sich dann draußen neu strukturieren muss das halte ich selbst wenn es an der Bewährungshilfe angebunden ist für ungünstig weil es sind fragile Persönlichkeiten Es sind beeinfussbare Persönlichkeiten die dann vielleicht eine Krisensituation denn eher auf das altbekannte was sie sowieso von draußen kenn zurückgreifen.

00:29:03: Das heißt ne Überlappung Finanzierung auch ein Stück weit darüber hinaus, was ja durchaus durch Paragraf eins oder solche entlastungsvorbereitenden Maßnahmen durchaus auch schon mitgedacht wird.

00:29:13: Hätte ich für sehr sinnvoll und da würde ich sagen das macht mehr Sinn als zu sagen hier ist Stopp und dann muss etwas anderes eine andere Behörde finanzieren.

00:29:22: Ich sehe es ja genauso.

00:29:22: also ich finde es schon richtig.

00:29:23: Also wir binden die Träger deswegen auch schon innerhalb des Vollzuges ein Beteiligen uns an der Finanzierung daran um den Übergang für die betreffenden Personen die in die Behandlung müssen auch abzusichern.

00:29:34: Aber jetzt das große Programm aufzusetzen, wir bauen uns große Ambulanzen mit therapeutischen Versorgungszentren frei vom freien Versorgungsmarkt.

00:29:44: Der Wunschtraum des der Versorgingsmarkt so ausgestattet ist dass alle gefangenen natürlich einen klaren Zugang zur Krankenversicherung wiederfinden in Fragen der Leistungsberechtigung überhaupt die ganzen Schwierigkeiten die müssen natürlich alle überbrückbar sein.

00:29:57: aber das ist vielleicht eine Idealvorstellung und da haben es für mich irgendwie ein Ausweg.

00:30:03: Aber nicht die Zauberlösungen.

00:30:05: Ich fand sie haben ja auch einen wichtigen Punkt gemacht.

00:30:07: Unabhängige Vielfalt ist auch wichtig, finde ich aber auch sehr spannend dann zu sagen okay wir wollen da aus einer Berliner Sicht eher eine Distanz haben, eine Trennung haben.

00:30:20: Das ist ein durchaus valides Argument.

00:30:23: Da würde ich zustimmen und ich finde es halt gerade spannend einfach diese Finanzierungsmodelle zu haben Tatsächlich auch Nachhaltigkeit.

00:30:30: Wir hatten es mit dem besagten Fall, diese zehn Jahre in denen man mit einer Person zusammenarbeitet die können natürlich nicht so schnell wieder in irgendeiner Art und Weise von irgendjemandem anders ersetzt werden.

00:30:39: bei der Person muss man dazusagen waren's dann noch ich glaube insgesamt vierundzwanzig Jahre Haft am Stück Und sich danach vorzustellen Deinen dann einfach vor die Tür zu stellen und zu sagen da ist eine Tasche Herzlichen Glückwunsch ist dann schon eine große Herausforderung.

00:30:56: Das fing dann schon an und Diskussion, dass er dann irgendwie zuhause mir erzählte, das da den Handyakku extra gepackt hatte weil der Handyakru war in dem Schrankfach und das Telefon war in diesem Schrankfach.

00:31:05: Weil einfach so Haft aus Zerhörzbieternationen stattgefunden haben die er selber ablegen musste noch nach der Haft Und da es dann schon wichtig halt jemandem zu haben der dann halt diesen Prozess noch begleiten kann nicht jetzt wegen den Akkus aber also insgesamt für einer Verfassung wenn das dann am Ende wie gesagt nochmal auf so ne sehr fragile Struktur erst mal nur auf Projektbasis, auf Innovationsprojekt oder wie auch immer läuft.

00:31:26: Dann sehe ich da eine große Gefahr auf Perspektive und wir reden jetzt nicht nur von Tätern die jetzt also bei vierundzwanzig Jahre kann man sich hervorstellen dass das schon ein erheblicher Bedarf war.

00:31:36: Auf jeden Fall Ben haben an dich auch nochmal die Frage wo siehst du übertragen Schwierigkeiten?

00:31:40: Oder um es vielleicht auch noch mal provokant zu wiederholen warum machen wir's nicht alle so wie in Baden-Württemberg?

00:31:45: Die Antwort liegt mal wieder im Föderalismus.

00:31:47: meine Generalantwort.

00:31:48: Ich kann es einmal für Hamburg ausführen, in Hamburg haben wir ein Resozialisierungs- und Offerhilfegesetz seit dem Jahr zwei Tausend neunzehnt.

00:31:53: Und dadurch haben alle Inhaftierten einen Rechtsanspruch auf den Anspruchnahme des Haftentlassungsmanagement.

00:32:01: In Hamburg heißt das Übergangsmanagement Das heißt sechs Monate Vorhaftentlassung tritt einen Mitarbeiter der straffälligen Hilfe also bei uns ist Fachamt für Straffälligengriftshilfe an die inhaftierte Heran unter breiteten Angebot.

00:32:16: Und dieses Angebot beinhaltet letzten Endes alle Punkte, die für diese Personen in irgendeiner Art und Weise relevant sein können.

00:32:22: Die vorher im Frühjahr war es der Vollzugsplan heute ist in Hamburg der Resozialisierungsplan.

00:32:26: festgelegt sind das könnte Wohnung sein Arbeit suchtherapeutische Angebote oder eben Anbindung an eine Beratungsleistung im Bereich Distanzierung so der Radikalisierungsarbeit.

00:32:38: Diese Angebote werden unterbreitet Es wird eine Beziehung aufgebaut mit dem Gefangenen, dann kommt irgendwann die Entlassung.

00:32:44: Das heißt der ist ja schon lange vorbereitet auf diesen Entlassungstag.

00:32:47: Der war am besten vorher noch im offenen Vollzug und hat einen Beschäftigungsverhältnis auf einem freien Arbeitsmarkt.

00:32:54: Und dann ist der große Tag der Entlassungen da.

00:32:56: er kommt raus und das ist ja dann das Problem.

00:32:59: Dann kommt es entlassungsloch.

00:33:01: Wir ändern den Zwangskontext in den Kontext völliger Freiheit.

00:33:07: Er kann eigentlich außerhalb Bewährungshilfe tun und lassen, was er will.

00:33:11: Und dann ist das der Punkt wo ja ein Großteil der Klientinnen und Klienten auch die Arbeit an dieser Stelle abricht weil sie entweder der Meinung sind ich brauche es gar nicht mehr habe mein Ziel erreicht Ich bin draußen.

00:33:23: Weil Sie oft in Selbstüberschätzung einfach denken kriege ich schon wieder alleine hin?

00:33:28: Ich hab mein Leben wieder im Griff.

00:33:29: Das ist ja auch so'n Klassiker einfach beim Drehtür vollzug.

00:33:32: Ich habe mein Leben im Griff Oh!

00:33:34: Ich brauch doch Geld und schon wieder Straftat und wieder im Knast.

00:33:38: So und deshalb Glaube ich ist ein System wie BIOS auf die Voraussetzung in Baden-Württemberg.

00:33:45: Wahrscheinlich genau das passende Instrument, man sieht es ja auch an den handelnden Personen in BIOS.

00:33:51: Es muss aber jeweils müssen die landesspezifischen Umstände eben beachtet werden – die jeweiligen Landesgesetze, die jeweillige gewachsene Infrastruktur.

00:33:59: Sie hatten die freie Strafherdinghilfe angesprochen, die gibt's zum Beispiel auch in Hamburg sicherlich auch in anderen Bundesländern.

00:34:05: und wenn ich da nochmal ganz kurz ansetzen darf Warum ich die aktuellen Aussagen der Bundesfamilienministerin in Bezug auf Demokratie leben?

00:34:14: So als völligen Bruch mit bisherigen gelebter Praxisempfinde, was die Zusammenarbeit mit freien Trägern angeht.

00:34:21: Ich war selbst verantwortlich für die Zusammenarbeiten mit Freien Trägern und für die Zuwendungen an die frei straffälligen Hilfe.

00:34:26: Die gibt es auch bei uns, seien aus den Achtundvierzig der erste Verein, der da gegründet wurde.

00:34:31: Das ist eine jahrzehntelang gepflegte Zusammenarbeit, in der viel Vertrauen miteinander aufgebaut wird.

00:34:37: Man verlässt sich ein Stück weit aufeinander, man handelt auch wieder Neues aus.

00:34:41: Aber ich käme nie auf die Idee im laufenden Haushaltsjahr den Trägern mitzuteilen Ende des Jahres endet eure Finanzierung und dann dürfte euch neu bewerben Und wir werden im Übrigen alles ganz neu ausschreiben.

00:34:52: und seht mal zu ob ihr etwas werdet oder nicht.

00:34:55: Auf diese Idee glaube ich ... käme Kai Apra haben nicht Sie kämen nicht auf die idee Ich käme nicht auf der Idee.

00:35:00: Deshalb finde ich dieser Art von Politik wo immer so ein bisschen das Geschmäckle Dabei ist, das ist möglicherweise so entsteht zum Ministereindruck nicht alles nur fachlich begründet was da vom Bundesfamilienministerium derzeit kommt sondern ein Stück weit auch politisch vielleicht auch ein Stück weiter mehr.

00:35:20: und dieses Geschmäckte.

00:35:21: Das wäre meiner Auffassung nach... Ich spreche jetzt hier als Privatperson!

00:35:25: Das muss ich einfach noch mal ganz

00:35:27: klar stellen.

00:35:27: und dass auch trennen.

00:35:28: Als Privatpersonenmiterfahrung im Justizvollzug würde ich sagen es wäre jetzt Aufgabe der BundesfAMILIEN-Ministerin sich hinzustellen und genau diesem Eindruck nochmal entgegenzuwirken, die Nachvollziehbarkeit, die Plausibilität dieser Ankündigung herzustellen.

00:35:44: Und dem Eindruck entgegend zu wirken dass hier lang gediente und lange etablierte Strukturen aus politischen Erwägungen quasi wegfinanziert werden sollen.

00:36:01: Wenn ich da eine so ergänzen darf, ist ja nicht nur das im Laufendjahr gesagt wird zum Ende des Jahres Schluss und viele der Träger aus den bundeszentralen Infrastrukturen sind davon ausgegangen.

00:36:09: Das ist jetzt erstmal für acht Jahre gute Vorratssitzung.

00:36:12: Wichtig!

00:36:12: Es

00:36:12: gab auch eine andere Aussage der vorherigen Familienministerin von den Grünen die ja mehrjährige Finanzierung zugesagt hat.

00:36:18: Und jetzt kommen wir sozusagen von einem Extrem ins andere Extrem und das ist einfach aus meiner Sicht nicht entspricht nicht den Spielregeln, die eigentlich gelten unausgesprochen.

00:36:30: Mir wäre ein Punkt allerdings noch mal wichtig.

00:36:32: Fand ich ganz spannend, weil es so wohl von Frau Wilder als auch von Herrn Abram kam das Thema Druck im Umgang mit dem Klientel und möglichen Folgen die nach Entlassungen entstehen könnten wenn man nicht richtig gearbeitet hat oder dass man das Gefühl hat, man hat diese Verantwortung zu tragen.

00:36:50: Und die Frage an Bios.

00:36:52: Sie arbeiten ja auch mit einem herausfordernden Klientell.

00:36:56: Das Thema Druck Und die Angst davor wurde noch nicht thematisiert.

00:37:00: Kann ja sein, dass sie genauso da ist.

00:37:02: oder sagen Sie das durch die Arbeit in der Struktur, die Sie haben, dass weniger gefühlt wird?

00:37:10: Letzten Endes natürlich haben auch wir diese Momente.

00:37:13: Ich meine ich habe vorher auch vier Jahre im Justizvollzug gearbeitet und arbeite jetzt im ambulanten Bereich.

00:37:20: Ich bin ganz ehrlich, am Ende des Tages kann ich meinem Gegenüber nur bis vor den Kopf gucken.

00:37:25: Ich finde das ist ganz wichtig, dass man das immer mit bedenkt.

00:37:28: Es ist ein Thema der Verantwortung.

00:37:30: auch auf uns wird gerne Verantwortung übertragen aber es ist glaube ich das was man auch als Therapeutin am ende des Tages für mich damit mache.

00:37:40: Ist es meine Verantwortung?

00:37:42: Dass dieser Mensch nicht wieder straffällig wird?

00:37:45: oder ist es am endes tags nicht eigentlich die verantwortung desjenigen, der in Haft saß oder bei uns sitzt.

00:37:51: Weil er verurteilt wurde zur Bewährung und dementsprechend natürlich schwingt das irgendwo immer mit weil man selbst möchte dass nicht keiner von uns Therapeuten möchte, dass ein Klient rückfällig wird.

00:38:01: Keiner von uns möchte hören, der hat neue Straftaten begangen.

00:38:05: Natürlich schwinge es mit aber im letzten Endes ist halt die Frage mit welcher Einstellung gehe ich glaube nach Hause?

00:38:11: Und inwiefern da jetzt, also ich glaube das ist eher kein Thema für Bios.

00:38:15: an sich finde ich jetzt persönlich.

00:38:18: Aber natürlich hilft es uns durch die Struktur, die wir haben und den Austausch, den wir haben können so wie sie eben auch gesagt habe ja dass ich natürlich auch jemanden fragen kann bei mir präsentiert er sich so?

00:38:28: Wie präsentiere der sich denn bei dir?

00:38:31: Den Druck, also real muss man sagen haben wir den natürlich schon ein Stück weiter.

00:38:36: Ich habe es vorhin ganz kurz vorgestellt, wir haben ja auch diesen Gutachtenbereich zum Beispiel im Bereich der Kriminalprognostik und wenn dort Aussagen von uns gefordert werden das sind wir dann natürlich schon in der Verantwortung und da gibt es auch Druck, dass man nicht vergessen ist.

00:38:54: Ist jetzt Jahre zurück, ist vielleicht bekannt dieser Staufenfall gewesen.

00:38:58: Damals also ein Missbrauch durch den Stiefvater und der hat das Kind weiter vermietet sozusagen.

00:39:05: Also ganz schlimme Geschichte und er war aber bei uns im Rahmen der Führungsaufsicht halt auch in Therapie und da ist man dann anschließend im Strafverfahren gegen denen gesagt man die hat man schon rund laufen lassen den Therapeuten.

00:39:19: Das kommt Gott sei Dank nicht häufig vor, aber diese Drucksituation ist glaube ich schon da.

00:39:23: Ich wollte vielleicht ganz kurz nochmal etwas zu diesen Finanzierungsfragen sagen.

00:39:28: ein Stück weit müssen wir auch lernen selbstbewusster zu sein weil gerade in dem Bereich, in dem wir tätig sind.

00:39:37: Also im forensischen Bereich wie auch mit unseren Angeboten zumindest mal kommunikativ glaube ich auch nochmal klarer machen müssten, wie viel Geld wir eigentlich den Staat einsparen?

00:39:46: Es ist ja nicht nur menschlich und human, dass wir den vormaligen Straftätern oder den strafgefangenen Hilfe angedeihen lassen unter Therapie sondern es hat auch ein volkswirtschaftlichen Nutzen Und das muss man mal so klar Sagen.

00:40:02: also jede nicht begangene Straftat gerade in dem Kontext, den wir da bearbeiten.

00:40:06: Jede man nimmt an das ein Sexualstraftat im Schnitt der Gesellschaft drei bis fünfhundert tausend Euro kostet jede Nichtbegangene hat man dadurch auch die Ersparnis direkt.

00:40:16: also auch da müssen wir mit einem gewissen Selbstbewusstsein drangehen.

00:40:20: Ich weiß, das auch ist im Bereich der Bewährungshilfe dass es da bei den Fachkräften immer ein bisschen Hemmungen gibt über Volkskriterien Indikatoren der Arbeit zu sprechen.

00:40:30: aber ich glaube eigentlich könnten wir da viel selbstbewusster in der Argumentation sein als was heute sind und auch gerade jetzt in Extremismusprävention.

00:40:40: die kosten die gesellschaftlichen Einer Straftat dort ist natürlich nochmal ungleich höher.

00:40:46: Und auch da sollte man ruhig mutig sein, das gut zu argumentieren.

00:40:50: und ich kann nun mal aus meiner Vergangenheit sagen... Ich war ja in der Bewährungshilfe, wir sind ja eine Anstalt öffentlichen Rechts gewesen, davor ein freier Träger, zwei tausend acht, wo ich Geschäftsführer war.

00:41:00: Da war die Argumentation dessen wie bei uns zum Beispiel ... Ich weiß dass es umstritten ist aber die Widerrufquoten sind und wie viel wir dadurch dem Land einsparen, im Strafvollzug schon ein gutes Argument abzusichern.

00:41:15: damals die Finanzierung in der Bewährungshilfe.

00:41:18: Ich finde da müssen wir einfach auch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein

00:41:21: haben.".

00:41:22: Danke Ihnen.

00:41:23: Herr Abra, haben wir Ihren Hatz gezuckt?

00:41:25: Nein nur zum Thema Druck.

00:41:26: ich finde das ist ja kein neues Phänomen in den Bereichen mit radikalen oder extremistischen Gefangenen.

00:41:32: wenn man sich im Gefängnis arbeitet und davon beeindruckend lässt dann ist der ist man irgendwie so ein bisschen fehl am platze weil so Druck auf Wiederholung und Rückfall sorgt ja sonst für einen restriktiven Strafvollzug.

00:41:46: Wir haben es hier in Berlin gemerkt, bei entsprechend gerade der Regierungsbeteiligung der Parteien läuft einer weg.

00:41:52: aus einem Vollzug wird der Zaun höher gemacht und die Freizügigkeiten für andere Gefangene werden eingeschränkt.

00:41:57: Das ist nicht die Lösung.

00:41:58: ich muss das gewisse Risiko im Umgang mit gefangenen natürlich trotzdem eingehen.

00:42:03: Ich muss trotzdem alle Möglichkeiten der Öffnung des Vollzuges oder der vorzeitigen Entlassungsmöglichkeit, der Einbindung in die Bewährungshilfe bieten ohne per Pausenlos davor irgendwie Angst zu haben.

00:42:14: Es könnte ein Rückfall kommen und ich bin dann schuld an diesem ganzen Ding weil natürlich das Straftat ist ja nicht nur das Ergebnis des Strafvollzuges sondern was im Vorfeld schon alles nicht funktioniert hat wo die ganzen Anbindungen nicht geklappt haben, wo die gesamte Trägerlandschaft vielleicht nicht ausreichend vorhanden war.

00:42:29: Das ist kein Problem des Strafvollzuges so in meiner Position.

00:42:32: es ist natürlich noch was anderes.

00:42:34: irgendwie wenn ich für die Leitung einer Vollzugsanstalt im Vollzuchsbereich zuständig bin muss sich darauf achten dass natürlich keine Fahrlässigkeit entsteht aber ich muss Risiko eingehen können und wenn ich dann durch den Druck von außen immer nur alles restriktiver mache dann wird's

00:42:49: blöd.

00:42:51: Es ist

00:42:52: nicht ein Stück weit der Fall.

00:42:54: Ich bin jetzt in einer Teilanstalt, wir haben eine Lockerungsquote von ... Nicht sehr viel und ich traue mich die Zahl jetzt nicht zu sagen.

00:43:07: Sehr gering!

00:43:08: Also ich rede gar nicht vor dem persönlichen Druck und der persönlichen Angst des Mitarbeiters sondern ich glaube das ist schon eine institutionelle Angst.

00:43:15: also ich kann ja so von Tee gesprochen, vielleicht auch noch mal anders als bei den Frauen.

00:43:18: Wir sind meiner Meinung nach ein restriktives System.

00:43:22: Die Sota ist nochmal anders, der offene Vollzug ist anders.

00:43:24: Aber der normale reguläre geschlossene Männervollzug gerade jetzt im Hochsicherheitsbereich ist ein restriktives System.

00:43:30: Wir sind ängstlich!

00:43:31: Wenn man sich überhaupt statistische Erhebungen anguckt.

00:43:34: Missbrauchsquoten bei Vollzugslockerung die sind ja im niedrigen einstelligen Bereich.

00:43:40: Trotzdem lockern wir nicht Trotzdem verlegen wir nicht, also es gibt's natürlich aber.

00:43:45: Nicht in dem Maß, in dem es eigentlich statistisch gesehen sinnvoll und notwendig wäre und möglich wäre.

00:43:50: Ich glaube das der Druck damit sehr viel zu tun hat weil es nämlich eine Frage ist von Verantwortung und Verantwortlichkeit und wir wollen so lange die Gesellschaft sichern wie wir dieses Thema sozusagen auferlegt bekommen haben.

00:44:02: Wenn wir da den Druck institutionell rausnehmen könnten dann könnten wir viel mehr Verantwortung tatsächlich übernehmen Weil die Männer außer wenn wir jetzt lienslange oder Sicherungsverwaltung die gehen raus Ob wir wollen oder nicht.

00:44:14: Die haben ihr TE, die haben ihren Strafende, da sind sie draußen und wenn wir da mutiger werden dürften könnten uns das trauen würden dann könnten wir die nämlich in einen offenen Vollzug verlegen was wir nämlich mit Radikalen niemals tun würden.

00:44:25: ja jemand der radikal als bei uns als radikal geführt wird der ist auf gar keinen Fall im Offenvollzug oder gar kein Umstände.

00:44:32: Der ist im geschlossenem Vollzug Und wir könnten den wahrscheinlich viel besser draußen anbinden.

00:44:36: Wir könnten vielleicht wirklich eine Resozialisierung erreichen Wenn wir mutiger werden können und das ist ein gesellschaftliches Druckproblem.

00:44:45: Tut mir leid, dass ich ihn widersprechen muss als Kollegin.

00:44:49: Wir haben Extremisten im offenen Vollzug und Berlin ist mutig weil Berlin das einzige Bundesland der den Offnenvollzug als Regelvollzug hat.

00:44:57: Das heißt bei uns nicht die Rückfolge gutes Verhalten im geschlossenen Vollzug dann die Verlegung in dem offenen vollzug sondern immer Ersteinweisungen in den offenden Vollzug Und da wird geprüft Ist es machbar ihnen oder sie im offen Vollzug zu halten?

00:45:13: Das ist ja eine Umkehr des mutigen Herangehens, also den offenen Vollzug als Regelvollzug zu setzen und nicht als Belohnung.

00:45:20: Und den geschlossenen Vollzug nur als Notwendigkeit zu sehen wenn es im offenen vollzug nicht funktioniert.

00:45:25: So natürlich ist es bei den Frauen anders.

00:45:27: ich habe lange im Jugendbereich auch gearbeitet da war das ähnlich so ein bisschen.

00:45:31: die wilde Rückkehr zahlen immer seventy fünf Prozent Rückfall und der Druck von außen.

00:45:38: Dennoch geht man das Risiko ein und setzt es ein bisschen darauf an.

00:45:41: Lass das mal laufen, es gibt schon Möglichkeiten dass man im Strafvollzug viel erreicht.

00:45:45: und durch die Einbindung von außen damit wir wieder zurückkommen zur freien Trägerlandschaft.

00:45:49: Durch die Einbildung von Außen was wir in Berlin gut machen können weil wir natürlich eine gute Trägersstruktur haben in dieser Stadt dann sichern wir so ein bisschen ab und dann ist das Risik auch schneller einzugehen als wenn wir sagen müssen Tür auf, Tag Ende der letzte Vollsteckungs-Tag ist da.

00:46:04: sie zu, dass du zurechtkommst.

00:46:06: Bevor das jetzt zur Berliner Runde wird, würde ich gerne Hamburg in Person von den benahmen Heidenrädern nochmal zu Wort kommen lassen.

00:46:14: Ich

00:46:14: finde es interessant die unterschiedlichen Vollzugskulturen weil also in Hamburg wird selbstverständlich auch ein extremistischer Gefangene wird in den offenen Vollzug verlegt.

00:46:23: wir haben eine Lockerungsverfügung also Verwaltungsvorschrift unterhalb der gesetzlichen Schwelle die das so festlegt und zwar für alle Gefangenen, da gibt es keine Ausnahme.

00:46:30: Da steht nirgendwo drin – und für Extremisten gilt das im Übrigen nicht!

00:46:33: Ich glaube, dass würde auch jedes Gericht einkassieren wäre zumindest meine Auffassung.

00:46:37: Wir haben aber auch gute Erfahrungen damit gemacht in den offenen Vollzug zu verlegen.

00:46:40: Und dann bei erkannten Risikofällen wird Berlin sicherlich auch ein eigenes Konzept für Hamburg-Hattas.

00:46:46: Und die anderen Bundesländer im übrigen wahrscheinlich auch werden alle ähnlich sein im Großen und Ganzen.

00:46:51: Bei Risikoffällen wo das Risikomanagement Also die zuständigen Psychologinnen und Psychologen erkannt hat, das könnte ein Täter sein.

00:47:01: Da besteht ein hohes Risiko eine Begehung einer Straftat

00:47:06: etc.,

00:47:07: dann wird eine Fallkonferenz einberufen zusammen Justizvollzug, LKA Bewährungshilfe etc.

00:47:14: Und geschaut was kann man mit diesen Menschen denn machen?

00:47:17: Wie kann man vielleicht auch da das Schlimmste verhindern?

00:47:19: Weil ja es gibt natürlich immer diese politischen Ansagen und da darf kein Anschlag passieren wenn der rauskommt.

00:47:24: Deshalb versuchen hier alle Beteiligten Ihr Bestes zu geben, die Information zusammenfließen zu lassen.

00:47:29: Eine gemeinsame Entscheidung hinzubekommen, Folgemaßnahmen einzuleiten.

00:47:33: aber in den offenen Vollzug verlegen finde ich persönlich auch einfach wichtig weil genau wie du gesagt hast Die Menschen werden ja irgendwann wieder entlassen so und das darf man doch keine Angst vor haben Auch diese Lockerung dien ja letztendlich der Erprobung Und dann in den Offenen Voll Zug zu Verlegen.

00:47:49: Ich glaube Wichtig ist dass sich im Justizvollzug zumindest in Teilen immer mehr die Erkenntnis noch durchgesetzt hat Auch extremistische Gefangene sind einfach Straftäter, sind Menschen mit individuellen Bedürfnislagen an die wir individuell mit einem entsprechenden Vollzugsplan oder Resozialisierungsplan wie auch immer in den jeweiligen Ländern heisst herangehen müssen und wir müssen individuelle Maßnahmen den angedeihen lassen, die zur Besserung beitragen.

00:48:16: Denn Das Thema Sicherung wurde ja schon angesprochen als Auftrag des Vollzugs, aber der Vollzug hat natürlich auch den gesetzlichen Auftrag der Resozialisierung und dem müssen wir eben einen Strafgefangen unabhängig von ihrer Straftat angedeihen lassen.

00:48:28: Natürlich ist das Mitverlegungen in den offenen Vollzug.

00:48:30: Wir arbeiten nicht nur mit den sozialen Dienstbewerbungshilfe zusammen sondern auch mit dem BKA, mit dem LKA und mit dem Verfassungsschutz.

00:48:38: Und wenn wir Leute in den Offenen voll zu geben aus diesem Phänomenbereich, dann ist natürlich das LKA in der Regel.

00:48:46: Das BKA ist beteiligt in der Informationsweitergabe Wir haben die Getatssitzung wo ich dran teilnehmen muss im BKA Wo es auch Einzelfallbesprechungen stattfinden und was der Verfassungsschutz mit unseren gelockerten Gefangenen macht.

00:49:01: Dann ist die Aufgabe so ein bisschen wieder abgegeben.

00:49:04: Also wir gehen das Risiko ein und lassen draußen laufen, ihr guckt von der anderen Seite nach euren Mitteln und Methoden ob es funktioniert.

00:49:12: So also das heißt, dass ist ja ein Zusammenspiel mit verschiedenen Behörden auch und es ist auch wichtig, dass das

00:49:17: so ist.

00:49:17: Vielleicht nochmal in Ergänzung dazu?

00:49:20: Wir haben ja sogar die quasi gerichtliche Anordnung bei Sicherungsverwarten, also wirklich schwersten Gewaltstraftätern, Sexualstraftätern Lockerung zu gewähren irgendwann Sofern die auch angemessen sind und vom Gutachten gedeckt.

00:49:36: Aber sogar für diese schwersten Gewalt- und Sexualstraftäter müssen Lockerungen irgendwann angeordnet werden, es muss probiert werden wie verhält er sich in Freiheit vielleicht auch begleitet oder wie auch immer aber irgendeine Form von Ausprobieren die muss ja auf jeden Fall da sein.

00:49:49: Dankeschön.

00:49:50: ich möchte die drei links jetzt mal bitten das Mikrofon die Mikrofone in die andere Richtung zu geben damit die drei rechts auch wieder teilnehmen können.

00:49:59: Die These, die meiner Frage nach dem Druck so ein bisschen zugrunde lag war vielleicht ist es ja aber auch in der passenden Struktur so dass sich Druck und Verantwortung einfach durch die Struktur oder Quarstruktur besser verteilt.

00:50:15: Und dadurch vielleicht auch an einzelnen Stellen weniger gespürt wird das sowohl Politik ihren Teil der Verantwortung trägt durch eben verstetigte Förderung oder gesicherte Förderungen dass die Justizvollzugsanstalten ihre Verantwortung tragen, dass sie Sicherheitsbehörden ihre Verantwortung und auch die Therapeut in ihrer Verantwortung tragen.

00:50:36: Stimmen Sie der These zu oder sagen Sie ja schon, das ist verliegert quatsch?

00:50:42: Also ich würde jetzt nicht sagen es ist verlierer Quatsch also das wäre despektierlich.

00:50:49: Ich glaube aber... Ich ehrlich gesagt, dass man Druck bei der Arbeit hat ist ja jetzt auch nichts Schlimmes.

00:50:56: Also welches mal ehrlich sein soll?

00:50:59: Das habe ich auch oft in einem anderen Kontext also Verantwortung.

00:51:04: Ich glaube das ist das Thema.

00:51:06: wenn ich da mal auf unsere Organisation gucke... Vielleicht mag das auch woanders genauso sein.

00:51:13: Ich will gar nicht sagen, dass Bahn Württemberg oder Biosta so das Mega-Projekt ist.

00:51:18: aber was wir da zumindest mal versuchen is im Bereich der interkollegialen Beratung und der Intervision den einzelnen Therapeuten mit der Frage nicht alleine zu lassen bei Entscheidungen.

00:51:29: Wir haben das hat Frau Balschert kurz Das können Sie aber gleich du besser erklären.

00:51:33: Auch diese Sicherheitsabteilung, wo wir dann für bestimmte Sachen, wo Wir irgendwas feststellen, prinzipiell im Vier-Augen-Prinzip haben und wo wir sozusagen als Verein auch den einzelnen Therapeuten dort mit der Verantwortung nicht alleine lässt.

00:51:46: Aber prinzipiell finde ich schon natürlich hatten Therapporte eine bestimmte Aufgabe und da gibt es immer sozusagen die Trias Aufgabe Kompetenzverantwortung und das fällt schon zusammen.

00:51:59: Aber wir als Organisation haben halt auch eine Verantwortung und die besteht dem Mitarbeitern wiederum gegenüber, da ein gutes Umfeld zu schaffen.

00:52:07: Und ich glaube das macht es leicht.

00:52:10: Wer der Verantwortung scheu ist, ist halt die Frage ob er... Ich sag's jetzt mal so salopp Augen auf bei der Berufswahl.

00:52:16: Das ist die Frage, ob man dann im forensischen Bereich zumissen als Therapeut tätig sein kann.

00:52:23: Dann gehe ich da direkt mal drauf ein, weil ... Ich glaube das ist ganz gut.

00:52:26: Ich komme ja aus dem Justizvollzug.

00:52:28: jetzt zu Bios.

00:52:30: Im Justiz-Vollzug war ich für mein Hafthaus zuständig, ja?

00:52:33: Das kennen Sie wahrscheinlich auch!

00:52:35: Ich habe da irgendwo die Verantwortung für die psychologischen Fragen getragen und letzten Endes stand ich... Ich will nicht sagen, komplett alleine da.

00:52:43: Natürlich hatte ich auch im Zweifel immer die Anstelltsleitung, die aber einfach eine andere Kompetenz dann auch wieder hatte.

00:52:48: und das ist was, was sich bei BIOS unglaublich angenehm finde, dass ich immer einen direkten Ansprechpartner habe.

00:52:54: Wir arbeiten im Tandem zusammen,

00:52:56: d.h.,

00:52:57: ich bin zwar erstmal die, die mit dem Klienten arbeitet, aber ich hab' immer ne zweite Person genauso bei den Fallbescheid weiß.

00:53:04: Wir haben regelmäßige Besprechungen, ja mindestens einmal im Quartal wenn aber Bedarf ist auch noch häufiger plus.

00:53:10: ich habe die Möglichkeit wenn ich einen High Risk-Fall hab die Sicherheitsabteilung mit reinzuschalten.

00:53:15: Es sind sogar mehr als vier Augen es sind meistens sogar sechs Augen die dann mit auf den fall drauf schauen und das gibt einem einfach auch mehr Sicherheit weil man nicht das Gefühl hat Ich trage alleine die Verantwortung dafür sondern es sind eben noch andere involviert an die ich mich auch jederzeit wenden kann.

00:53:30: Und dementsprechend mit dem Druck, geh ich auf vollkommen mit.

00:53:32: Der Druck macht einen auch irgendwo wachsam.

00:53:35: Ich hab ja eben auch gesagt, keiner von uns möchte dass ein Klänen drückfällig wird.

00:53:38: Natürlich trägt man diese Verantwortung mit aber letzten Endes es wird leichter wenn man sie mit anderen teilt und das finde ich funktioniert bei uns wirklich gut.

00:53:48: Ja ihr knüpft da vielleicht nochmal an so bisschen aus meiner letzten beruflichen Erfahrung in der Fallberatung direkt.

00:53:54: Da war schon die Frage von Druck So, da war einerseits immer wenig Verbindlichkeit strukturell.

00:54:00: Wir sind eher über Kenntverhältnisse zu Mitarbeitern in der JVA mit in die Begleitung gekommen zur Person, die teilweise auch dann ein sehr weites Spektrum oder ein weiteres Spektum... Die waren nicht einfach rechtsextremismus, sondern da waren organisierte Kriminalität mit drin so eine Mischszene was denn auch die Identifizierung viel, viel schwieriger gemacht hat für die Mitarbeiter in den JVA.

00:54:18: Was ist das jetzt eigentlich?

00:54:20: Und da war jetzt schon so ein gewisser Persönlicher Druck dann letztendlich, mich denn da auch klar.

00:54:26: Und da fehlt mir am Ende dann ein Stück weit die Verbindlichkeit auch teilweise auf eine Ebene zu kommen mit dem Vollzug entsprechend eingebunden zu werden.

00:54:35: das hat in anderen Fällen funktioniert dass man noch den Vollzugskonferenzen dabei war Dass man einfach diesen Prozess und diesen Austausch mit unterschiedlichen Ebenen hatte.

00:54:44: Das war dann nicht mehr da und man war doch sehr isoliert.

00:54:48: Da fand ich es tatsächlich... ...war da viel Druck auf mir persönlich.

00:54:52: und letztendlich, wie gesagt die Verbindlichkeit hinten raus dann nicht mehr so gegeben.

00:54:55: Von daher würde ich mich schon wünschen wenn man da etwas konkreter wäre und nicht einfach auch von der Finanzierung aber gleichzeitig von einer Begleitung von solchen Fällen.

00:55:05: Jetzt einmal die Mikros wieder auf die Reise schicken in die andere Richtung.

00:55:08: wir kommen zum Abschluss- und zum Ausblick im Rückblick auf die Einschätzung die sie am Anfang gegeben haben zu Beginn der Diskussion welche konkreten Schritte oder welche konkrete Verbesserungen braucht es in den aktuellen Strukturen, damit sie in ihrer Skala nochmal einen nach oben gehen?

00:55:26: oder vielleicht auch mit den Veränderungen die gerade stattfinden.

00:55:29: Konstant auf dem bleiben wo Sie sich eingeschätzt haben.

00:55:33: In der Reihenfolge beginnen wir mit Hanabra Hamn.

00:55:35: Gott sei konkret, ich denke was ja alle unterstreichen werden ist eine auskömmliche Finanzierung der Träger.

00:55:40: Das ist ganz klar.

00:55:41: Auskömmlich heißt nicht auf ein Jahr hin sondern auskömpflich heißt wirklich berechenbar über mehrere Jahre hin mit Tarifangleichungen und allen Berücksichtigung die dazugehören auch unabhängig von Fallzahlen weil wir haben immer die Tendenz wenn die Fälle vielleicht ein bisschen runtergehen dann wird die Trägarlandschaft auch so ein bisschen erst mal zur Seite geschoben.

00:56:01: das müsste ganz klar sein.

00:56:02: Wo ich Herausforderungen immer noch sehe, ist der tatsächliche Informationsaustausch.

00:56:07: So ist das wirklich gut.

00:56:08: zu welchem Zeitpunkt setzen wir die freien Träger in die Behandlungsarbeit im Vollzug mit ein?

00:56:13: Was erwarten die Sicherheitsbehörden?

00:56:14: und Informationsrückfluss was braucht der Justizvollzug an Informations Rückfluss aus der Arbeit um prognostische Feststellung auch wirklich herstellen zu können?

00:56:24: Das sind für mich die großen Herausforderung Und ich wünsche mir natürlich immer eine Träge Vielfalt und eine Zusammenarbeit von Trägern.

00:56:32: Konkurrenzsituation, keine marktwirtschaftlichen Rangehensweisen in dem Ding.

00:56:38: Und man sollte damit zwar auskömmlich finanziert sein aber kein Geld verdienen sollen als Anreiz der je mehr Förder das so mehr Kohle gibt's.

00:56:45: also das muss irgendwo sollte es ein Ausgleich geben.

00:56:48: Was bräuchte es?

00:56:50: Die gewachsene Struktur, die verwurzelte Struktur innerhalb der JVN auch von Einzelpersonen weggehende Struktur.

00:56:59: Fabian hat gesagt, wir hatten eine gute Zusammenarbeit und haben jetzt eine langjährige Zusammenarbeit.

00:57:03: Das verwext sich immer weiter aber wenn da ein Fall wegbricht ist das schnell beendet oder schwieriger mit größeren Hürden.

00:57:10: Es ist so eine übergreifende Strukture, die zum Teil vorhanden ist.

00:57:14: Wir bräuchen im Vollzug tatsächlich die Kapazitäten.

00:57:18: Das ist immer so dieses alte Lied, das langweilt auch alle.

00:57:20: Aber wir haben zu wenig stabiles Personal um wirklich dann auch strukturell damit zu arbeiten.

00:57:26: Ich glaube es bessert sich tatsächlich eher tendenziell im Moment als dass er sich verschlechtert.

00:57:31: aber das ist die Grundvoraussetzung dafür und das Wissen muss auf der Ebene darüber über den direkt am Fall arbeitenden sein also in den Teilhandschaftsleitungen, in den Versuchsteitungen in der Abteilung sozialer Arbeit Und da muss es immer wieder auch produziert werden.

00:57:46: Genau

00:57:47: Tja, tatsächlich so im bestehenden Rahmen der da nun mal gesetzt ist würde mir jetzt so spontan eigentlich gar nicht mehr so viel einen Optimierungspotenzial einfallen.

00:57:56: Ich finde, da ist einfach soviel gemacht worden in den letzten Jahren und die Konzepte wurden immer wieder aktualisiert.

00:58:02: er arbeitet Meldwege.

00:58:03: mittlerweile ist ja Kennen wir schon alle den Fall Brock steht, Messerstecher im Regionalzug von Kiel nach Hamburg.

00:58:10: Das war ja Ausgangslage für nochmaliges Hinschauen und noch malige massive Verbesserungen im Informationsfluss so dass mittlerweile zum Beispiel in Hamburg jetzt wirklich jegliche Meldung, jegliche Wahrnehmung heißt es dann ja zum Thema Extremismus sofort an die Aufsichtsbehörde und ans LFVNS-LKA gemeldet werden müssen das diese.

00:58:29: in diesem Rahmen glaube ich haben die Verantwortlichen soweit das machbare auch umgesetzt.

00:58:36: Man könnte sich ganz viel wünschen, was den Justizvollzug allgemein angeht.

00:58:39: man könnte sich kleinere Einheiten, kleinere Anstalten wünscht.

00:58:42: man kann sich diverse Gesetzesreformen wünschten.

00:58:45: Stichwort Strafbarkeit beziehungsweise Ersatzfreiheit.

00:58:48: Strafen nur zur Finanzierung aussetzen und nicht absetzen Entlastung des Vollzugs dadurch dass einfach weniger in den geschlossenen Vollzug reinkommen mehr offener Vollzug etc.

00:58:58: oder offener vollzug als Regelfollzug finde ich persönlich auch eine gute Sache.

00:59:02: Aber das ist jetzt einfach so eine Wunschliste, ne Fiktive.

00:59:06: Insofern, dass aber auch der Grund warum ich nicht über den Acht hinausgehen könnte weil ich einfach sage... Der Rahmen ist gesetzt in diesem Rahmen gut umgesetzt was alles machbar ist und jetzt würde es im nächsten Schritt hier eigentlich darum gehen einen anderen Rahmen zu setzen.

00:59:20: nur da kommen wir jetzt in Gewässer die glaube ich schwieriger sind.

00:59:24: Alles klar danke dir!

00:59:26: Dann wieder einmal die Mikros rüberreichen.

00:59:29: Und dann gerne Herr Korner, welche konkreten Schritte und welche konkrete Verbesserungen sehen Sie in den aktuellen Strukturen?

00:59:36: In Ihren Struktoren.

00:59:37: Und wer würde davon profitieren?

00:59:40: Jetzt wenn ich mal nur auf Bios gucke oder auf dem bandwürttembergischen Bereich da haben wir sicherlich wirst dort gut das noch flächendeckender anzubieten.

00:59:50: Wir haben jetzt Hamburg und Berlin Vielleicht nicht die guten Beispiele, aber wir haben den Schwarzwald.

00:59:56: Wir haben den Tauberkreis.

00:59:58: auch da gibt es Sexualstraftäter, aber keine Therapeuten also auch kein Niedergelassenen.

01:00:02: Also zumindest noch mal keine, die dann behandeln würden.

01:00:06: Das ist mit Sicherheit ein Punkt wo man nochmal rüber nachdenken muss wie wir das im Bahnwürttemberg Flächendeckner noch hinbekommen eventuell dort weitere Schritte noch gehen mit Online-Therapie oder Hybrid, dass man die mal am Anfang vielleicht sieht und dann das ein oder andere doch auch online machen könnte.

01:00:26: Weil sonst wird das kostenmäßig wahrscheinlich nicht darstellbar sein für die Klärten schonmal gleich gar nicht.

01:00:30: Das wäre für Baden-Württemberg etwas wo ich sagen würde wir sind gut versorgt Stuttgart Mannheim Karlsruhe Freiburg

01:00:37: etc.,

01:00:38: aber da gibt es halt viel dazwischen.

01:00:40: Es gibt auch einen Hechingen und

01:00:43: genau

01:00:43: alles klar.

01:00:44: Danke Ihnen, Frau Baldschild.

01:00:46: Ich kann mich dem Herrn Könner da eigentlich nur anschließen weil das ist auch etwas was uns Therapeuten teilweise einfach betrifft.

01:00:52: entweder dass Klienten halt rückmelden oh ich habe eine Anfahrt von anderthalb Stunden.

01:00:57: wie soll ich das bewältigen wenn sie denn dann halt irgendwo aus dem tiefsten schwarzwald kommen?

01:01:01: oder sowas aber auch für uns Therapeut natürlich teilweise wir betreuen mehrere Standorte bringt da manchmal so logistische Themen einfach mit sich.

01:01:10: Und grundsätzlich ist es immer gut, noch mehr Leute, noch vielfalt zu haben und das weiter

01:01:17: auszubauen.".

01:01:19: Danke schön!

01:01:19: Fabian du hast das letzte Wort?

01:01:21: Ja wenn wir uns jetzt wünschen... also für mich wäre es dann glaube ich tatsächlich eine Mischung aus Beratungtherapie die schon frühzeitig ein Haft ansetzt und einen dualen Modell anbietet über die Haftentlassungen hinaus.

01:01:33: Die Frage der Finanzierung lasse ich jetzt mal weg, weil die Frage stellt sich sowieso.

01:01:37: Also die muss natürlich dann irgendwie stehen.

01:01:38: und eine nachhaltige Finanzierung oder stabile Finanzierung wie sie denn gelöst ist.

01:01:43: aber ich glaube diese Kombinationen der Angebote und die halt auch schon konkreter zusammen gedacht das wäre für mich nochmal einen Moment insbesondere wenn man darüber nachdenkt dass wir perspektivisch vielleicht noch einmal mit anderen Tätern Extremismusformen konfrontiert sind die einerseits vielleicht nicht mehr in die klassische Schablon Situation wie jetzt passen, aber eine erhöhte Gewaltausprägung haben oder Fälle mit denen ich noch zu tun hatte, die so eine Mischszene sind aus organisierter Kriminalität und Extremismus.

01:02:13: Also da reicht weder die Ausstiegsbegleitung noch die Therapie.

01:02:18: Da könnte man tatsächlich Kombinationsmodelle machen, die da notwendig wären für diesen Bereich und das wäre mein Wunsch dann.

01:02:25: Ich finde Frau Balscher, ich klame aus von Ihnen.

01:02:27: Zumindest habe ich das gehört.

01:02:29: Mal gucken, ob Sie das auch gesagt haben?

01:02:31: Das hat irgendwie zu Anfang schon ganz gut getroffen aus meiner Sicht.

01:02:34: Langfristigkeit, Verlässlichkeit und Kommunikation der unterschiedlich beteiligten Personen.

01:02:41: Ich finde es trifft ganz gut auf vieles zu was gesagt wurde, was vielleicht gerade nicht so läuft und was verbesserungswürdig ist.

01:02:48: Recht herzlichen Dank an sie sechs!

01:02:50: Ich finde das haben sie großartig gemacht, auch wenn wir zu sieben die jetzt waren.

01:02:54: Herzlichen dank an das Podium

01:03:21: Die letzte Folge dieser Staffel vom Präventionsgezwitscher.

01:03:24: Und ich finde, diese Podiumsdiskussion war ein sehr passender Abschluss!

01:03:28: Denn sie hat noch einmal deutlich gemacht das gute Deradikalisierungsarbeit nicht nur von engagierten Einzelpersonen lebt sondern vor allem von verlässlichen Strukturen, von klaren Zuständigkeiten und langfristiger Zusammenarbeit.

01:03:41: Was in dieser Folge besonders herauskam, waren einige Punkte die wir in den vorherigen Episoden zwar schon streift haben, die hier aber noch einmal ganz anders sichtbar wurden.

01:03:51: Erstens Justizvollzug ist ein zentraler Ort der Radikaliserungsarbeit – aber kein einfacher!

01:03:58: Denn dort treffen Sicherheitslogik, Zwangskontext, Behandlungsauftrag und Resozialisierung direkt aufeinander.

01:04:05: Radikalisierung im Vollzug zu erkennen und zugleich tragfähige Arbeitsbeziehungen aufzubauen, ist eine enorme Herausforderung.

01:04:12: Zweitens Der Übergang nach der Haft ist ein besonders sensibler Moment.

01:04:17: Gerade dann braucht es Kontinuität, Überlappung und Begleitung.

01:04:22: Wenn Unterstützungsstrukturen genau an dieser Stelle abbrechen entstehen Lücken die für Betroffene und auch für die Gesellschaft hochproblematisch sein können.

01:04:30: Drittens Finanzierung ist keine Randfrage, sondern eine fachliche Kernfrage.

01:04:36: Wenn Projekte nur kurzfristig abgesichert sind, gehen nicht nur Stellen verloren, sondern auch Beziehungen, Vertrauen, Wissen und eingespielte Kooperationen.

01:04:46: Das schwächt das gesamte Feld!

01:04:48: Viertens Es braucht mehr Vernetzung zwischen Vollzug, Trägern, Therapie- und Regelversorgung – Nicht als Konkurrenz, sondern als belastbare Zusammenarbeit.

01:04:59: Gerade bei komplexen und sicherheitsrelevanten Fällen muss klar sein, wer wann zuständig ist – wie Informationen, Verantwortung und Unterstützung sinnvoll zusammenlaufen.

01:05:09: Und vielleicht noch ein letzter Gedanke, der für mich aus dieser Diskussion besonders hängen bleibt?

01:05:14: Eine integrierte Beratungstherapiestruktur entsteht nicht von selbst!

01:05:19: Sie muss gewollt, aufgebaut, finanziert und gepflegt werden.

01:05:23: Damit endet diese Staffel vom Präventionsgezwitscher.

01:05:26: Danke, dass ihr zugehört habt!

01:05:28: dass ihr mitgedacht habt und das ihr uns durch diese Reihe begleitet habt.

01:05:32: Wir arbeiten schon an neuen Themen und neuen Fragen, die wir in unserem Podcast aufgreifen und mit euch weiterdenken wollen!

01:05:40: Also bleibt dran – ich bin Alma Fatih und es war schön, euch durch diese Folgen zu begleiten.

01:05:46: Präventionsgezwitscher gibt es überall dort wo ihr Podcasts hört.

01:05:50: Wenn euch dieses Staffel befallen hat dann hört gerne weiter rein.

01:05:53: Teilt den Podcast und bleibt mit unserem Gespräch.

01:05:56: Bis bald und macht's gut.